Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, sitzt auf seinem Platz.Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, sitzt auf seinem Platz.
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Würdigung des ehemaligen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde

09.02.2022

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Leistungen des einstigen Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde, Wolfgang Nossen, gewürdigt. «Wenn einer in meiner Partei dummes Zeug über Israel erzählt hat, wurde ich zum Kaffeetrinken einbestellt», sagte Ramelow am Mittwoch bei der Einweihung eines nach Nossen benannten Weges in Erfurt. Diese Treffen seien dann zwar freundschaftlich verlaufen. «Aber es hat an Klarheit nichts vermissen lassen.»

Nossen wäre am Mittwoch 91 Jahre alt geworden. Er wurde am 9. Februar 1931 in Breslau, dem heutigen Wrocław, geboren. Sein Vater wurde ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt, überlebte die Shoa allerdings. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs blieb Nossen mit seiner Familie zunächst in Erfurt, später lebte er in Israel, dann in Bayern, ehe er nach der Wende nach Erfurt zurückkehrte. Von Mitte der 1990er Jahre bis 2012 war er Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde in Thüringen. Er starb 2019.

Der nach Nossen benannte Weg liegt unmittelbar neben einem jüdischen Friedhof in Erfurt. Er hatte vorher keinen Namen getragen.

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) sagte, Nossen sei «eine moralische Institution» gewesen, der sich um den Wiederaufbau des jüdischen Lebens nicht nur in der Landeshauptstadt, sondern im gesamten Freistaat verdient gemacht habe.

Der heutige Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, sagte, mit der Benennung des Weges nach Nossen werde nicht nur er selbst, sondern auch die Landesgemeinde selbst geehrt.

© dpa-infocom, dpa:220209-99-46719/2

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