Schweine stehen im Stall., © Marijan Murat/dpa/Symbolbild
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Wagner beklagt enormen Rückgang bei Schweinen und Kühen

08.12.2022

Bauernpräsident Klaus Wagner hat einen enormen Rückgang bei der Haltung von Schweinen und Milchkühen in Thüringen beklagt. «Wir erleben in der Tierhaltung einen Strukturbruch», sagte Wagner am Donnerstag. Dabei würden Tierbestände aus Deutschland verlagert. Nach Daten des Landesamtes für Statistik ist die Zahl der Schweine in Thüringen in den vergangenen zehn Jahren von mehr als 816.000 auf gut 597.000 gesunken, die der Milchkühe von fast 109.000 auf weniger als 86.000.

Wenn die Gesellschaft mehr Tierwohl fordere, müsse sie auch bereit sein, dafür zu zahlen, betonte Wagner. Allerdings stelle der Bund dazu viel zu wenig Geld bereit. Der Bauernfunktionär verwies auf die Empfehlung von Experten zu einer Abgabe, um den Umbau der Tierhaltung und nötige Investitionen zu finanzieren - etwa in Form einer höheren Mehrwertsteuer oder einer Tierwohlabgabe auf tierische Produkte. Laut Wagner braucht es auch Änderungen im Baurecht. Die Vergrößerung von Ställen müsse erleichtert werden, damit Tiere mehr Platz erhalten können, ohne den Bestand zu verringern und die Haltung so weniger wirtschaftlich zu machen.

Sorgen bereiteten den Bauern auch Pläne der EU zu einer Halbierung des Pestizideinsatzes in den kommenden Jahren. Die Pläne könnten in einigen Gebieten das Ende der Landwirtschaft bedeuten, warnte Wagner. Ohne chemischen Pflanzenschutz sei es nicht möglich, Brotweizen in guter Qualität und ausreichender Menge zu produzieren. Aus seiner Sicht müsse vielmehr auf neue Technik gesetzt werden, um die Mittel zielgenau einzubringen.

Der Thüringer Bauernverband wollte am Donnerstag in Apfelstädt (Landkreis Gotha) Bilanz ziehen, Arbeitsschwerpunkte für das kommende Jahr festlegen und sich mit Vertretern aus Politik und Verwaltung über aktuelle Themen der Agrarpolitik austauschen.

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