Stoffbeutel mit dem Zeiss-Logo hängen an einem Garderobenständer., © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Viele Augen-OPs weltweit: Auftragsplus bei Zeiss Meditec

11.02.2022

Beim Thüringer Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec füllen sich die Auftragsbücher. Weil es weltweit wieder viele Augenbehandlungen und Operationen gibt, stiegen die Bestellungen im ersten Quartal des im Oktober begonnenen Geschäftsjahres um 24 Prozent auf 498,3 Millionen Euro, wie der Vorstand des MDax-Konzerns am Freitag in Jena mitteilte. Der Umsatz verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund elf Prozent auf 410,2 Millionen Euro.

«Insgesamt sieht es gut aus - trotz Lieferkettenproblemen, die wir aber bisher gut gemeistert haben», sagte der neue Vorstandschef Markus Weber. Vor allem das Geschäft in Asien sei durch die Nachfrage in China und Indien stark angesprungen mit einem Umsatzwachstum von 14,8 Prozent. Zeiss Meditec stellt außer Lasern, OP-Mikroskopen und Geräten zur Augenuntersuchung auch künstliche Linsen her, mit denen die Augenkrankheit Grauer Star behandelt wird.

Weil das Unternehmen im ersten Quartal wie geplant mehr in Forschung, Entwicklung, Vertrieb und Digitalisierung investierte, stieg der operative Gewinn (Ebit) nur leicht um eine Million auf 74,4 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte es zudem einen Sonderertrag durch einen Immobilienverkauf gegeben.

Weber, der vom Vorstand des baden-württembergischen Mutterkonzerns Carl Zeiss AG (Oberkochen) im Januar nach Jena wechselte, bekräftigte die Prognose für das bis September laufende Geschäftsjahr. «Wir wollen mindestens so stark wie unser Markt wachsen», sagte er. Langfristig peile das börsennotierte Thüringer Unternehmen eine Gewinnmarge über 20 Prozent an.

Derzeit habe es Zeiss Meditec wegen der Pandemie und der weltweiten Lieferkettenprobleme noch immer mit «einem herausfordernden Umfeld» zu tun, sagte Weber. Kurzarbeit gebe es jedoch nicht. «Wir haben es bisher immer geschafft, die Teile heranzubringen.» Auch gebe es keine größeren Ausfälle wegen Corona-Infektionen unter der Belegschaft. «Aber das ist immer eine Momentaufnahme», so der Vorstand.

Carl Zeiss Meditec ist eines der umsatzstärksten börsennotierten Firmen in Ostdeutschland. Die Beschäftigtenzahl liegt nach Vorstandsangaben derzeit bei rund 3600. Hauptaktionär mit über 50 Prozent ist der in Jena gegründete Optik- und Elektronikkonzern Carl Zeiss.

© dpa-infocom, dpa:220211-99-76513/3

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