Eine Schülerin der 5. Klasse läuft im Sportunterricht über eine umgedrehte Holzbank.
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Viel Fördergeld für Bewegungscoachs in Anspruch genommen

16.05.2023

Um bei Kindern Freude am Sportmachen zu wecken und zu verstärken, sollen sogenannte Bewegungscoachs helfen - und die Nachfrage nach ihnen ist groß: Aus einem Förderprogramm des Landes ist bereits ein großer Teil der Gelder für das entsprechende Projekt abgerufen worden, wie sich aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Maik Kowalleck ergibt.

Für 2022 hätten im Haushalt für dieses Projekt 385.000 Euro zur Verfügung gestanden, für 2023 seien es 375.000 Euro. Davon seien im vergangenen Jahr etwa 335.000 Euro und in diesem Jahr etwa 272.000 Euro über Zuwendungsverträge ausgegeben worden.

Nach Angaben des Ministeriums haben Sportvereine in verschiedenen Regionen des Landes von dem Projekt profitiert: Dort wurde je ein Bewegungscoach gefördert, der dann in den einzelnen Regionen Schul- oder Kindergartenkinder zum Sportmachen und zu körperlicher Betätigung animieren soll.

Die entsprechenden Vereine säßen unter anderem in Saalfeld, Zella-Mehlis, Erfurt, Wutha-Farnoda, Bleicherode und Gera. «Die Auswahl der Bewegungscoachs erfolgte unter anderem nach Qualifikation, praktischer Erfahrung und Region», heißt es.

Es sei gelungen, über die Bewegungscoachs Kooperationen zwischen dem Landessportbund und seinen Mitgliedsvereinen sowie Schulen und Kindergärten aufzubauen. «Dies spiegelt auch der Anstieg der Mitgliederzahlen in den Thüringer Sportvereinen im Kinder- und Jugendbereich wider», so das Ministerium in der Antwort.

Das Projekt ist Teil eines Landesprogramms. Damit sollen bei Kindern und Jugendlichen Defizite ausgeglichen werden, die sich in Folge der Corona-Pandemie ergeben haben.

Die Bewegungscoachs sollen vor allem Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren helfen, ihre motorischen Fähigkeiten zu verbessern. «Bewegungscoachs sollen Kinder für sportliche Aktivitäten motivieren und aktivieren», heißt es dazu vom Bildungsministerium.

Kinder würden sich schon seit Jahren immer weniger bewegen, die Pandemie habe diesen Trend noch beschleunigt. «Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer der Kinder sind signifikant gesunken.» Diese Entwicklung sei alarmierend. «Kinder und Jugendliche leben zunehmend ungesünder, viele sind zu dick und zu bequem.»

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© dpa-infocom, dpa:230516-99-705072/2

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