Fahrgäste stehen in einem Bus.Fahrgäste stehen in einem Bus.
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Verkehrsverbund: 9-Euro-Ticket nicht so schnell umsetzbar

30.03.2022

Das von der Bundesregierung geplante befristete 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr ist aus Sicht des Verkehrsverbundes Mittelthüringen (VMT) nicht sofort umsetzbar. Er bezweifle, dass dies schon im April funktionieren könne, sagte VMT-Geschäftsführer Christoph Heuing der Deutschen Presse-Agentur. Fahrpreisänderungen benötigten normalerweise längere Vorlaufzeiten, die Verkehrsunternehmen müssten in der Regel eine Preisänderung zehn Wochen vorher bei den Landesbehörden beantragen. «Für schnelle Änderungen ist das normale Prozedere eigentlich nicht gedacht.» Beim VMT gibt es Heuing zufolge bereits Anfragen von Passagieren nach dem 9-Euro-Ticket für 90 Tage.

Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte angesichts hoher Spritpreise beschlossen, ein solches Ticket im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) einzuführen. Es soll auch für Abo-Tickets und in Verbundbereichen gelten. Dafür will der Bund den Ländern nach Angaben von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) 2,5 Milliarden Euro erstatten. Er hatte sich aber auch offen für eine höhere finanzielle Unterstützung durch den Bund gezeigt, wenn dies notwendig sei. Noch viele Fragen seien hier offen, sagte Heuing.

Er sieht bei dem Ticket vor allem Passagiere in Städten mit einem gut ausgebauten Bus- und Bahnnetz im Vorteil. «In Erfurt oder Jena zum Beispiel dürfte es gerade im Berufsverkehr dann sehr voll in Bussen oder Straßenbahnen werden.» Dann brauche es wahrscheinlich mehr Fahrzeuge. Menschen im ländlichen Raum hätten wegen der oft ausgedünnten Busverbindungen kaum etwas davon. Um sie auch dauerhaft zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel zu bringen, seien mehr Verbindungen und damit mehr Busse nötig. Dies koste Geld. Auch Verkehrsministerin Susanna Karawanskij (Linke) hatte darauf bereits verwiesen.

Dem Verbund Mittelthüringen gehören 15 Verkehrsunternehmen an. Er umfasst die Städte Erfurt, Weimar, Jena und Gera sowie die Landkreise Gotha, Weimarer Land, Saale-Holzland, Saalfeld-Rudolstadt und Saale-Orla.

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