Das Sparkassenlogo ist auf einer Fahne und an einem Gebäude der Sparkasse angebracht., © Bernd Weissbrod/dpa/Archivbild
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Verband: Viele Kunden mussten auf Ersparnisse zurückgreifen

21.02.2023

Der Ostdeutsche Sparkassenverband geht davon aus, dass viele Kunden im Krisenjahr 2022 wegen gestiegener Alltagskosten ihre Ersparnisse angreifen mussten. Die Summe der Spareinlagen sei 2022 um 1,3 Milliarden Euro beziehungsweise rund 3 Prozent gesunken, teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Insgesamt seien die Kundeneinlagen zwar um 1,9 Prozent gestiegen, das sei aber das geringste Wachstum der vergangenen zehn Jahre. Im Vorjahr wuchsen die Einlagen noch um 6,2 Prozent.

«Wir gehen davon aus, dass viele Kunden wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten, der Unsicherheiten zeitweise auch auf ihre Ersparnisse zurückgreifen mussten, um Kosten zu decken», sagte Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Zender bei einer Pressekonferenz in Berlin. Zudem habe es einen «Konsumnachholeffekt» im ersten Halbjahr 2022 gegeben, durch den in der Corona-Zeit angehäufte Ersparnisse ausgegeben wurden.

Zender betonte zudem, dass offensichtlich einige Kunden den Kauf eines Eigenheims zunächst aufgeschoben hätten. Die Sparkassen des Verbandes hätten Privatkunden Kredite von 6,2 Milliarden Euro gewährt - 5,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Interesse an Krediten sei aber erst im vierten Quartal zurückgegangen. «Die starke Inflation und die allgemeine Unsicherheit waren hier ursächlich für die gesunkene Kreditnachfrage privater Haushalte», sagte Zender.

Die Höhe der Kredite für Unternehmen und wirtschaftlich Selbstständige blieb konstant. Insgesamt sagten die 43 Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt 14,36 Milliarden an Darlehen zu - 0,7 Prozent weniger als 2021.

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