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Veranstaltungen zur Abriegelung des Grenzgebiets 1952

12.05.2022

Mit einer Veranstaltungsreihe erinnern Thüringer Geschichtsverbund und Stiftung Naturschutz an die Abriegelung von Orten an der innerdeutschen Grenze vor 70 Jahren. Zu dem historischen Ereignis, das einschneidende Folgen für die dort lebenden Menschen hatte, sind Tagungen, Grenzwanderungen, Zeitzeugengespräche und Vorträge geplant, wie der Thüringer Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Peter Wurschi, am Donnerstag mitteilte. Am 26. Mai 1952 hatte die DDR begonnen, ihre Grenze zur Bundesrepublik endgültig abzuriegeln. Der 1400 Kilometer lange Grenzstreifen, die Hälfte davon in Thüringen, wurde auf einer Breite von 5 Kilometern zum Sperrgebiet.

Zugleich begann die zwangsweise Umsiedlung Tausender von der DDR-Staatsführung als «politisch unzuverlässig» eingeschätzter Menschen aus dem Grenzgebiet ins Landesinnere. Die Vertreibung, der weitere folgten, trug den zynischen Namen «Aktion Ungeziefer». Anders als der 13. August 1961 als Tag des Baus der Berliner Mauer sei die Grenzabriegelung 1952 weniger präsent im kollektiven Gedächtnis, so die Organisatoren der Veranstaltungen. Heute steht der einstige Grenzstreifen in Thüringen als «Grünes Band» unter Naturschutz.

Die Veranstaltungsreihe «Der Schnitt» beginnt am kommenden Donnerstag (19. Mai) mit einer zweitägigen Fachtagung im Grenzmuseum Teistungen (Eichsfeldkreis) und endet am 10. November.

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© dpa-infocom, dpa:220512-99-258278/2

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