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Trotz Sorgen: Arbeitsmarkt in Thüringen weiter «beständig»

02.11.2022

Die Arbeitslosigkeit in Thüringen ist im Oktober trotz der wirtschaftlich schwierigen Lage zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote lag bei 5,4 Prozent, wie die Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. Das waren 0,1 Prozentpunkte weniger als im September. Stichtag der Erhebung war der 13. Oktober. Im Vergleich zum Vorjahresmonat als auch zum Oktober 2019 lag die Arbeitslosenquote deutlich höher: Im Oktober 2021 lag sie bei 4,9 Prozent, 2019 bei 5,0 Prozent. Das Jahr 2020 ist aus Sicht der Agentur durch Corona «überzeichnet» und wird daher nicht als Vergleichswert genutzt. «Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum vorigen Jahr ist vorrangig auf die ukrainischen geflüchteten Arbeitslosen zurückzuführen», erklärte der Geschäftsführer der Regionaldirektion, Markus Behrens.

Insgesamt gehe die Arbeitslosigkeit in Thüringen weiter zurück. Im Oktober waren im Freistaat rund 59.300 Menschen arbeitslos. Das waren etwa 800 arbeitslose Menschen weniger als im Vormonat und rund 4800 weniger als vor einem Jahr. «Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter sehr beständig. Bei allen Personengruppen verzeichnen wir einen Rückgang der Arbeitslosigkeit, auch bei den ukrainischen Geflüchteten», sagte Behrens. Die überaus gute Wetterlage im Oktober habe die saisonale Beschäftigung in Außenberufen und beim Tourismus stabilisiert.

Im Ländervergleich lag die Arbeitslosenquote in Thüringen gleichauf mit der von Niedersachsen und unter der von Hamburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen sowie unter allen anderen Ost-Ländern.

Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen, die den Arbeitsagenturen im Vorjahr noch Sorge bereitet hatte, ist im Oktober 2022 gesunken. Im Oktober waren 300 Menschen weniger langzeitarbeitslos als im Vormonat und rund 3300 weniger als im Oktober 2021. Insgesamt waren rund 19.800 Männer und Frauen länger als ein Jahr ohne Arbeit. Das sind rund 33,4 Prozent aller Arbeitslosen. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 42,4 Prozent.

«Falls nicht massiv Energie fehlt und deshalb die Produktion ausfällt, wird es keinen gravierenden Einbruch am Arbeitsmarkt geben», schätze Behrens die Lage ein. Die Unternehmen hielten ihre Beschäftigten, seien lediglich bei Neueinstellungen vorsichtiger. Die Stellenmeldungen seien weiter rückläufig, sagte Behrens. Gemeldet wurden 3200 neue Stellen und damit 1200 weniger als im Vorjahresmonat. Rund 24 Prozent der neu gemeldeten Stellen kamen aus dem Bereich der Zeitarbeit, 15 Prozent aus dem verarbeitenden Gewerbe, 11 Prozent aus dem Kfz-Bereich und 12 Prozent aus dem Gesundheitswesen.

Auch der Ausbildungsmarkt hat sich aus Sicht der Arbeitsagentur erholt. Der Ausbildungs- und Studiumsbeginn hatte demnach im Oktober deutlichen Einfluss auf die Arbeitslosigkeitsquote. Mit insgesamt 13 300 Ausbildungsstellen seien knapp 1000 Stellen mehr als im Vorjahr gemeldet worden. Auch habe es 1000 Bewerbungen mehr von potenziellen Azubis gegeben als im Vorjahr (gesamt 8100). 1900 seien allerdings nicht mit Azibus besetzt worden.

«Angebot und Nachfrage passen oft nicht zueinander», erklärte Behrens. Aktuell liefe die Nachvermittlung. Es sei nicht zu spät, noch in eine Ausbildung zu starten. «Wir sehen aber auch, dass die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen bei den Jugendlichen dazu geführt haben, dass mehr junge Menschen ein Schuljahr wiederholen müssen», sagte Behrens.

© dpa-infocom, dpa:221101-99-345191/6

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