Der Sarg mit dem verstorbenen Schriftsteller Gerhard Wolf ist bei seiner Trauerfeier in der Kapelle des Dorotheenstädtischen Friedhofs aufgebahrt., © Jörg Carstensen/dpa
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Trauerfeier für Schriftsteller Gerhard Wolf

01.03.2023

Mit einer Trauerfeier auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof ist am Mittwoch in Berlin des Schriftstellers Gerhard Wolf («Beschreibung eines Zimmers») gedacht worden. Dazu hatten sich in und vor der kleinen Kapelle des Friedhofs rund zweihundert Menschen versammelt. Der Ehemann der Schriftstellerin Christa Wolf (1929-2011) war Anfang Februar in Berlin gestorben.

Für die Trauernden standen mehrere Pulte für Einträge in Kondolenzbücher bereit. In der Kapelle stand neben einem mit Blumen geschmückten schlichten Holzsarg ein Porträt des Autors. Nach der Trauerfeier sollte Wolf im Grab von Christa Wolf beigesetzt werden. Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof im Stadtteil Mitte sind zahlreiche Prominente beerdigt, darunter Bertolt Brechts, Heiner Müller, Johannes Rau, Bärbel Bohley oder Otto Sander.

Der Schriftsteller und Essayist Wolf war seit den fünfziger Jahren auch als Lektor und Verleger aktiv. Wolf galt als Förderer mehrerer Schriftsteller- und Künstlergenerationen. Neben seinen Büchern schrieb er auch Essays zu Literatur und Kunst. Zudem war er für das Theater aktiv. Im Aufbau-Verlag schuf er mit «Außer der Reihe» eine Basis für bis dahin in der DDR nicht gedruckte Autorinnen und Autoren.

1976 unterzeichnete Wolf eine Resolution gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR. In der Folge wurde er aus der SED ausgeschlossen.

© dpa-infocom, dpa:230301-99-787796/2

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