Ein Leuchtschild hängt an der Fassade eines Hotels.Ein Leuchtschild hängt an der Fassade eines Hotels.
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Tourismus gebeutelt: Weltmeisterschaften 2023 lassen hoffen

08.02.2022

Auch das zweite Corona-Jahr war für den Thüringer Tourismus von Rückgängen geprägt. Die Beherbergungsbetriebe meldeten nach einer vorläufigen Erhebung des Thüringer Landesamts für Statistik von Januar bis November 2021 rund 2,2 Millionen Gästeankünfte - ein Minus von 6,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden 6,3 Millionen Übernachtungen verzeichnet (minus 3,4 Prozent). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer war mit 2,9 Tagen allerdings etwas höher als im Vorjahreszeitraum.

Besonders im Thüringer Wald blieben die Übernachtungsgäste aus: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wurden rund 360.000 weniger Übernachtungen gebucht. Die Städte Eisenach, Erfurt, Jena und Weimar hingegen konnten sich im Vergleich zu 2020 um einen Anstieg von rund 142.000 Übernachtungen freuen.

Gemessen am Jahr 2019, also vor dem Beginn der Pandemie und damit einhergehender Maßnahmen, werden die Verluste noch deutlicher: So sank die Zahl der Ankünfte im Vergleich zum Zeitraum Januar bis November 2019 um 1,6 Millionen bzw. um 42,6 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen ging derweil um 3,4 Millionen zurück (-34,7 Prozent).

Die zwei geplanten Weltmeisterschaften in Oberhof lassen nach Einschätzung des WM- und Oberhofbeauftragten Hartmut Schubert Optimismus zu. «Die Stimmung dort oben ist jetzt positiv und nicht mehr - wie in der Vergangenheit - im Sinkflug», sagte Schubert am Dienstag in Erfurt. Unter anderem gebe es inzwischen Investoren, die den Neubau eines Hotels an der Therme in Oberhof in Erwägung zögen.

Solche Projekte seien wichtig, um den Tourismus im Thüringer Wald weiterzuentwickeln. Die Übernachtungszahlen in Oberhof könnten nur steigen, wenn es auch ausreichend Betten für Touristen gebe. «Das ist auf einem guten Weg», sagte Schubert, der auch Staatssekretär im Thüringer Finanzministerium ist.

Anfang 2023 soll in Oberhof erst eine Rennrodel- und kurz darauf eine Biathlon-Weltmeisterschaft stattfinden. Schubert betonte, die geplanten Wettkämpfe würden auf mehr als 50 Jahren alten Sportanlagen ausgetragen, die seit geraumer Zeit umfassend saniert werden. Bei der Durchführung der beiden Weltmeisterschaften soll Nachhaltigkeit eine Rolle spielen.

Auch soll es Fans so einfach wie möglich gemacht werden, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Wettkämpfen anzureisen, «sodass eigentlich die Anreise per Auto nicht der Vorzugsweg ist», sagte Schubert. In den Ticketpreisen sei die Nutzung von Bus und Bahn in der Region teilweise bereits enthalten.

Durch die Nutzung der modernisierten Sportanlagen nach den Weltmeisterschaften - auch durch Touristen - werde die Region auch langfristig von den Veranstaltungen profitieren, sagte Schubert.

© dpa-infocom, dpa:220208-99-30639/3

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