Katja Wolf, Oberbürgermeisterin von Eisenach, und Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, sitzen nebeneinander., © Martin Schutt/dpa
  • Nachrichten

Thüringen-Umfrage: Linke und CDU legen zu: AfD vorn

19.03.2024

Gut fünf Monate vor der Landtagswahl in Thüringen zeichnen sich einer aktuellen Insa-Umfrage zufolge erneut schwierige Mehrheitsverhältnisse ab. Die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow kommt auf 18 Prozent, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Insa-Umfrage im Auftrag der Funke Medien Thüringen hervorgeht.

Ramelows aktuelles Regierungsbündnis aus Linke, SPD und Grünen ist nach der Umfrage aber weit von einer Mehrheit entfernt: Mit 6 Prozent für die SPD und 5 Prozent für die Grünen befinden sich die beiden Partner in der Gefahrenzone und müssen um einen Wiedereinzug in den Landtag bangen. Zusammen käme die Koalition laut der Umfrage nur noch auf 29 Prozent.

In Thüringen regiert Ramelow derzeit mit einem Bündnis aus Linken, SPD und Grünen, die drei Partner haben aber keine eigene Mehrheit im Parlament und keinen festen Tolerierungspartner. Eine solche Minderheitsregierung ist in Deutschland einzigartig.

In der neuen Umfrage legt die Linke im Vergleich zu einer Insa-Erhebung von Januar drei Prozentpunkte zu. Dagegen verliert das Bündnis Sahra Wagenknecht an Zustimmung, bleibt aber zweistellig: In der aktuellen Umfrage kommt das BSW auf 13 Prozent, das sind vier Prozentpunkte weniger als in der Januar-Erhebung. In Thüringen hatte sich erst am Freitag ein BSW-Landesverband gegründet.

Stärkste Kraft wäre der Erhebung nach die AfD, die bei 31 Prozent verharrt, gefolgt von der CDU, die leicht auf 21 Prozent zulegen kann. Die FDP kommt auf nur noch 2 Prozent Zustimmung und wäre nicht mehr im Landtag vertreten. Damit hätte auch eine von der CDU favorisierte Koalition aus CDU, SPD und FDP keine Chance.

Die Umfrage sieht sonstige Parteien bei 4 Prozent, wobei hier die Werteunion mit einem Prozentpunkt enthalten sei, wie die Thüringer Funke-Zeitungen berichteten.

Wahlumfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Das Institut gibt eine statistische Fehlertoleranz von drei Prozentpunkten an. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

© dpa-infocom, dpa:240319-99-395258/2

Teilen: