Reste von Feuerwerkskörpern liegen auf einer Straße im Zentrum von Gera., © Bodo Schackow/dpa
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Thüringen in Böllerlaune: Zwei Schwerverletzte zu Silvester

01.01.2023

Nach zwei Jahreswechseln unter Corona-Bedingungen haben die Menschen in Thüringen mit reichlich Feuerwerk in das neue Jahr gefeiert - und Polizei, Feuerwehr und den Stadtreinigungen viel Arbeit gemacht. Bis in die frühen Morgenstunden des Neujahrstages seien allein 88 Brände auch im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern verzeichnet worden, teilte die Landeseinsatzzentrale am Sonntag mit.

Gemeldet wurden etwa 60 Verstöße im Gebrauch mit Pyrotechnik und 36 Sachbeschädigungen durch Böller. Für zwei Männer im Alter von 21 und 42 Jahren endete das Silvesterfeuerwerk mit schweren Verletzungen.

In Friemar (Landkreis Gotha) wurde ein 42-Jähriger beim Hantieren mit aus dem Internet bestellten Böllern so schwer verletzt, dass ihm beide Unterarme amputiert wurden, wie ein Polizeisprecher am frühen Sonntagmorgen sagte. In Schleiz-Crispendorf (Saale-Orla-Kreis) verlor ein 21-Jähriger bei einem Unfall mit einem Sprengkörper seine Hand. Die illegale Kugelbombe sei direkt beim Entzünden explodiert, teilte die Polizei mit. In Lebensgefahr schweben die Verletzten laut Polizei nicht.

In einem Autohandel in Erfurt wurden in der Silvesternacht 40 Gebrauchtwagen, drei Lagercontainer und zwei Straßenlaternen vollständig zerstört. Dabei entstand laut Polizei ein Sachschaden von schätzungsweise 200 000 Euro, verletzt wurde niemand. Die Flammen hätten von einer brennenden Hecke auf das Betriebsgelände übergegriffen, sagte ein Polizeisprecher. Vermutlich wurde die Hecke laut Polizei von Böllern in Brand gesetzt. In Thüringen war es zu mehreren Hecken- und begrenzten Wiesenbränden gekommen, verursacht von Silvesterraketen.

In Jena setzte ein unbekannter Täter eine Feuerwerksbatterie im Flur eines Hauses in Brand, den die Feuerwehr rasch löschte. Menschen wurden den Angaben zufolge nicht verletzt. In Themar (Kreis Hildburghausen) setzten Reste von Silvesterraketen ein Quad in Brand gesetzt und zerstörten. Nach Polizeiangaben vom Sonntag hatte der Besitzer des vierrädrigen Motorrads die kurz zuvor abgebrannten Feuerwerksbatterien eingesammelt und auf der Ladefläche seines Fahrzeugs liegen lassen. In Gotha verhinderte die Feuerwehr am Sonntagmorgen, dass sich der der Brand eines leerstehenden Geschäfts- und Wohnhauses auf umliegende Häuser ausdehnte. Das Gebäude selbst wurde zerstört, die Brandursache ist laut Feuerwehr noch unklar.

Zudem registrierten die Polizei knapp 50 Fälle von Körperverletzungen, häufig im Zusammenhang mit einem hohen Alkoholpegel. In Erfurt etwa seien dabei in Einzelfällen auch Messer und eine Schreckschusspistole benutzt worden.

Die Polizei hatte im Vorfeld des Jahreswechsels mit vielen Einsätzen gerechnet. Wegen der milden Außentemperaturen seien viele Menschen in Feierlaune im Freien unterwegs gewesen, hieß es. Die meisten hätten friedlich gefeiert.

© dpa-infocom, dpa:230101-99-68763/6

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