Reiher stehen auf einer Sandbank, die durch den sinkenden Wasserpegel entstanden ist., © Michael Reichel/dpa/Archivbild
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Teichwirte erwarten steigende Preise für Weihnachtskarpfen

21.08.2022

Die Fischereizuchtbetriebe in Thüringen erwarten in diesem Jahr deutlich steigende Preise für Weihnachtskarpfen, Forellen und Saiblinge. Die Betriebe litten unter hohen Kosten, sagte der Präsident des Thüringer Fischereiverbandes, Torsten Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur. Unter anderem würden die stark gestiegenen Energiepreise die Kosten in die Höhe treiben.

Ohnehin hätten die Betriebe in diesem Jahr zum Teil stark gelitten. Durch die hohen Temperaturen seien die empfindlichen Fische unter Hitzestress geraten. Schon ab einer Wassertemperatur von 20 Grad litten sie. Durch die Sonneneinstrahlung verdunste zudem das Wasser aus den Teichen, was sich vor allem bei den Karpfen bemerkbar mache. Auch Bachforellen, Regenbogenforellen und Saiblinge bekämen bei Sauerstoffmangel Schwierigkeiten.

Einige Fließgewässer, aber auch Teiche seien sogar trockengefallen, erklärte Schmidt. Doch auch da, wo der Wasserstand lediglich stark zurückgegangen sei, hätten einige Fischzüchter Verluste hinnehmen müssen. «Ein Kollege berichtete, dass er am Tag zwischen 25 und 30 Graureiher an einem seiner Teiche beobachten konnte, die sich an den Fischen sattgefressen haben.» In anderen Fällen hätten die Teiche notabgefischt und die Fische notgeschlachtet werden müssen. Und außerhalb der Saison sei die Vermarktung schwierig.

Die Teichwirte wollen mit Technik die Situation verbessern. So versuchen sie, mit Pumpen frisches Wasser in die Teiche zu bringen und den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Teilweise werde sogar reiner Sauerstoff in die Gewässer eingebracht. Der Pumpenbetrieb und die anderen technischen Maßnahmen schlagen sich aber auf die Kosten nieder. Dennoch ist sich Schmidt – noch – sicher: «Die Versorgung mit einheimischem Fisch ist in Thüringen gesichert.»

© dpa-infocom, dpa:220821-99-464042/2

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