Ein Trolley eines Zustellers der Deutschen Post steht auf der Straße.
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Tausende Beschäftigte streiken im Südosten - auch Samstag

20.01.2023

Rund 5500 Beschäftige der Deutschen Post haben am Freitag in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Arbeit niedergelegt. Zu dem Warnstreik hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen. «Morgen geht es weiter», kündigte Sprecher Normen Schulze an. Demnach erwartet Verdi, dass sich am Samstag bis zu 6500 Mitarbeiter beteiligen werden.

Von dem Ausstand sind unter anderem Standorte in Leipzig, Dresden, Magdeburg und Erfurt betroffen. Am Freitag gab es Schulze zufolge in Sachsen rund 2500 sowie in Sachsen-Anhalt und Thüringen jeweils 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Gewerkschaft hatte zunächst in der Nacht Mitarbeiter in den Brief- und Paketzentren zum Streik aufgefordert. Mit Beginn der Frühschicht waren auch Postboten und Paketzusteller aufgerufen. Der Warnstreik soll bis Samstag um 23.59 Uhr dauern.

Verdi fordert für die 160.000 Tarifbeschäftigten in Deutschland 15 Prozent mehr Geld bei einer Vertragslaufzeit von einem Jahr. Die Verhandlungen gehen am 8. und 9. Februar in die dritte Runde.

Die Post hat angekündigt, in der nächsten Tarifrunde ein Angebot vorzulegen, «das sich an einem fairen Ausgleich zwischen den berechtigten Interessen der Beschäftigten und den ökonomischen Realitäten von Post & Paket Deutschland orientieren wird». Aus diesem Grund seien die Warnstreiks «unnötig, da sie letztlich nur zulasten unserer Kundinnen und Kunden gehen», sagte ein Sprecher.

Die Auswirkungen des Streiks sind demnach regional unterschiedlich. Es komme zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Briefen und Paketen. Deutschlandweit waren am Freitag laut Post rund 2,3 Millionen Paket- und 13 Millionen Briefsendungen betroffen. Insgesamt seien bundesweit rund 16.700 Beschäftigte dem Streikaufruf gefolgt - dies entspreche einem Drittel der an diesem Tag anwesenden Beschäftigten.

© dpa-infocom, dpa:230120-99-288445/3

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