Ein Polizeibeamter hält ein Distanzelektroimpulsgerät (DEIG oder auch Taser)., © Rolf Vennenbernd/dpa/Symbolbild
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Taser spielen kaum eine Rolle bei Polizei

06.08.2022

Für den Alltag von Thüringer Polizisten spielen Elektrowaffen nach wie vor keine große Rolle. Im Jahr 2021 seien die der Landespolizei zur Verfügung stehenden Waffen kein einziges Mal eingesetzt worden, heißt es in der Antwort des Thüringer Innenministeriums auf eine Kleine Anfrage des Linke-Abgeordneten Sascha Bilay. Die «Distanzelektroimpulsgeräte», wie die Waffen im sperrigen Verwaltungsdeutsch heißen, seien im vergangenen Jahr lediglich mitgeführt worden. Nach früheren Angaben des Ministeriums sind die sogenannten Taser in Thüringen das letzte Mal 2018 eingesetzt worden.

Taser sehen Pistolen sehr ähnlich und verschießen kleine Metallpfeile, die an dünnen Kabeln hängen. Über diese Kabel kann ein starker Elektroschock in den Körper eines Angreifers übertragen werden. Ihre realistische Einsatzdistanz beträgt bis zu etwa fünf Meter.

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder politische Debatten unter anderem im Thüringer Landtag darum gegeben, ob nicht auch Streifenpolizisten mit diesen Waffen ausgerüstet werden sollten. Derzeit verfügen im Freistaat nur die Spezialeinheiten des Landeskriminalamtes, die vor allem gegen besonders gewaltbereite Tatverdächtige eingesetzt werden, über Taser. Insgesamt können sie auf sechs derartige Geräte zugreifen.

Zudem war auch darüber diskutiert worden, Justizvollzugsbeamte damit auszustatten. Befürworter dieser Waffen argumentieren, Taser seien ein milderes Einsatzmittel als Schusswaffen. Kritiker weisen auf die Gefahren hin, die davon ausgehen. Sie gelten unter anderem beim Einsatz gegen Menschen, die zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben, als besonders gefährlich.

Rot-Rot-Grün hat bislang alle Versuche blockiert, den Kreis der Thüringer Polizisten zu erweitern, die Zugriff auf Taser haben.

© dpa-infocom, dpa:220806-99-294414/2

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