Ein Kind spielt in einer Kita., © Sebastian Gollnow/dpa/Illustration
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Studie: Kita-Qualität leidet unter Personalschlüssel

20.10.2022

In Thüringen muss sich einer Studie zufolge eine Kita-Erzieherin um zu viele Kinder kümmern. Rechnerisch komme in den Krippengruppen eine Vollzeitbeschäftigte auf 5,1 Kinder, in den Kindergartengruppen seien es 10,7 Kinder, geht aus dem am Donnerstag vorgelegten Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach muss eine Erzieherin oder ein Erzieher in Thüringen rechnerisch fast drei Kindergartenkinder mehr betreuen als in westdeutschen Bundesländern.

Im Freistaat gebe es zwar fast ausreichend Kita-Plätze, um die Nachfrage der Eltern zu decken. 91 Prozent der Kita-Kinder in Thüringen würden jedoch in Gruppen betreut, deren Personalausstattung nicht kindgerecht sei, hieß es weiter. Der Bildungsauftrag für die meisten Kinder könne nicht umgesetzt werden. Die Landesregierung müsse durch gesetzliche Reformen die Voraussetzungen für die Einstellung von mehr Personal in den Kitas schaffen.

Um einen Personalschlüssel zu erreichen, der wissenschaftlichen Empfehlungen entspreche, müssten in Thüringen zusätzlich rund 10.800 Fachkräfte eingestellt werden. Dadurch entstünden zusätzliche Personalkosten von mehr als 558 Millionen Euro pro Jahr.

Der Fachkräftemangel ist laut Studie ein doppeltes Problem: Zu wenig Personal verschlechtert nicht nur die Qualität der frühkindlichen Bildung für die Kinder, sondern auch die Arbeitsbedingungen für die Fachkräfte. Dadurch sinken die Chancen, vorhandene Mitarbeitende im Beruf zu halten, was den Personalmangel weiter verschärft. «Damit dieser Teufelskreis durchbrochen werden kann, braucht es eine langfristige und für die Kitas erkennbare politische Priorität für eine bessere Personalausstattung», hieß es weiter.

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