Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums impft einen Mann gegen Corona.Ein Mitarbeiter eines Impfzentrums impft einen Mann gegen Corona.
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Steigende Inzidenz: Land will einige Impfstellen behalten

06.03.2022

Die Corona-Inzidenz steigt, doch die Impfzahlen wachsen nur sehr langsam: Zumindest einige der 25 Thüringer Impfstellen sollen in den kommenden Monate deswegen weiterbetrieben werden. Die mobilen Impfteams sollen ebenfalls nicht gleich komplett wieder abgeschafft werden, wie eine Sprecherin des Ministeriums für Soziales und Gesundheit erklärte. Zwar müsse man die staatlichen Impfstrukturen zurückfahren, sie sollten jedoch zunächst nicht «bis auf Null» reduziert werden.

In Thüringen gibt es derzeit noch 25 Impfstellen, die über den gesamten Freistaat verteilt sind. Zuletzt wurden im Freistaat vor allem Booster-Impfungen verabreicht und kaum noch Erstimpfungen. Daran hat auch der Impfstoff Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax nichts geändert. Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringens (KVT) wurden in Thüringen von den verfügbaren 6480 Dosen Nuvaxovid bislang nur 500 verimpft.

Insgesamt lag die Impfquote der Erstimpfungen in Thüringen am Sonntag bei 70 Prozent. Zwei Spritzen haben 69,8 Prozent der Menschen erhalten, 50,4 Prozent sind geboostert.

Dabei scheint die derzeit laufende Welle an Infektionen mit der Coronavirus-Variante Omikron in Thüringen längst noch nicht vorbei. Im Freistaat infizierten sich am Wochenende wieder deutlich mehr Menschen als vor einer Woche. Von Samstag zu Sonntag kamen laut Gesundheitsministerium 4253 Neuinfektionen hinzu. Eine Woche zuvor waren es noch 3734 gewesen, wie aus Zahlen des Thüringer Gesundheitsministeriums hervorging.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg in Thüringen nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Sonntag auf 1399,8 erfasste Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Samstag hatte der Wert noch bei 1373 und am Freitag bei 1345,6 gelegen.

Generell sind die Inzidenzen in Thüringen in der derzeitigen Infektionswelle mit der Coronavirus-Variante Omikron deutlich höher als während der Delta-Welle. Dennoch zeichnete sich zunächst keine Überlastung des Gesundheitssystems ab.

So waren am Sonntag 8,2 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Als kritischer Wert für mögliche strengere Corona-Regeln gilt derzeit die 12-Prozent-Marke. Aber auch die Hospitalisierungsrate in einer Region spielt eine Rolle. Erst wenn beide Schwellenwerte überschritten sind, kommen nach aktueller Verordnung strengere Maßnahmen.

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© dpa-infocom, dpa:220306-99-406966/4

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