Blick über die Rudolstädter Altstadt mit dem Residenzschlosses.Blick über die Rudolstädter Altstadt mit dem Residenzschlosses.
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Schlösserprogramm: Kommission bespricht Freigabe von Geldern

05.01.2022

Über die Freigabe von weiteren Geldern aus dem Sonderprogramm zur Schlössersanierung in Thüringen will sich die zuständige Baukommission noch im Januar verständigen. Dabei geht es um gut ein Dutzend Projekte, wie die Direktorin der Stiftung Schlösser und Gärten, Doris Fischer, auf Anfrage sagte. Für die ersten elf Bauvorhaben hatte das Gremium mit Vertretern von Bund und Land als Geldgeber sowie der Stiftung als Verwalterin der Liegenschaften Ende September grünes Licht gegeben. Das Programm mit einem Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro soll 15 historischen Bauwerken zugutekommen.

Vorgesehen sind 26 Einzelvorhaben. Sie seien in Bauumfang und -aufwand sehr unterschiedlich, sagte Fischer. Während die Herausforderung etwa bei Mauerwerkssanierungen relativ überschaubar sei, sei die vorgesehene Sanierung des alten Nordflügels von Schloss Sondershausen (Kyffhäuserkreis) ausgesprochen anspruchsvoll. Problematisch sei hier der durch den jahrzehntelangen Kalibergbau unterhöhlte Bauuntergrund, der zu Rissbildungen in dem Flügel geführt habe. Hier seien umfangreiche Voruntersuchungen vor Sanierungsbeginn erforderlich. «Bauen fängt nicht mit dem Gerüstaufbau an.»

Komplex sei die Herausforderung auch bei der Sanierung des West- und Nordflügels der Heidecksburg in Rudolstadt. Mit der ersten Ausschreibung von Bauaufträgen in dem Sonderprogramm rechnet Fischer Ende 2022, dies betreffe die Turmhaubensanierung auf der Runneburg in Weißensee (Landkreis Sömmerda). Dort könne voraussichtlich ab 2023 gebaut werden.

Mit Sorge beobachtet Fischer den aktuellen Aufwärtstrend bei Baupreisen. Dieser sei massiv. «Insofern ist Zeit Geld», sagte sie. In die Bauplanungen sei bereits eine Preissteigerung von bis zu 20 Prozent als Risikopuffer einkalkuliert. «Ob das ausreicht, werden wir sehen.» Noch nicht absehbar sei derzeit, inwiefern sich die in vielen Branchen beklagten Engpässe bei Materiallieferungen auf das Sanierungsprogramm auswirken.

Das Sonderinvestitionsprogramm ist Ersatz für die ursprünglich geplante gemeinsame Schlösserstiftung von Thüringen und Sachsen-Anhalt, die am Widerstand aus Thüringen scheiterte. Der Bund gibt seine für die Stiftung geplanten Mittel für Thüringen nun in das Programm. Die andere Hälfte bringt das Land auf. Das Programm läuft zunächst bis 2027.

© dpa-infocom, dpa:220105-99-593113/2

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