Ein Landwirt bringt Saatgut in den Boden aus., © Patrick Pleul/dpa/Symbolbild
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Saatgutproduzenten kritisieren steigende Auflagen

03.03.2023

Thüringische und sächsische Landwirte haben eine zunehmende Regulierung bei der Produktion von Saatgut beklagt. Die staatlichen Auflagen für die chemische Behandlung von Saatgut seien mit den Jahren in Deutschland immer größer geworden, kritisierte der Vorsitzende des Saatbauverbandes Sachsen-Thüringen, Jens Bauersfeld, im Vorfeld einer Tagung der Saatgutproduzenten am Freitag im thüringischen Stadtroda. Das erschwere und verteuere die heimische Produktion und führe zu Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU.

Für die Saatgutproduktion sei ein hohes betriebliches Wissen erforderlich, sagte Bauersfeld. «Die steigenden Auflagen und fehlendes Personal führen dazu, dass Betriebe aufgeben.» Die Vorgaben bei der Reinigung und Behandlung des Saatguts und teuere Zertifizierungsvorgänge drückten den Gewinn der Betriebe.

In Thüringen wird nach Verbandsangaben derzeit auf 13.320 Hektar Saatgut vermehrt. Das sind knapp 700 Hektar weniger als im Jahr 2020. Es werden verschiedene Getreide, Gräser, Öl- und Faserpflanzen sowie Kartoffeln vermehrt. In Sachsen ist die Vermehrungsfläche um mehr als 1000 Hektar auf 20.114 Hektar zurückgegangen. Damit wird auf 2,5 Prozent der Ackerflächen der Länder Sachsen und Thüringen Saatgut produziert. Die bedeutendsten Kulturen sind demnach Winterweizen, Sommergerste und Welchsches Weidelgras, das unter anderem als Futterpflanze für Rinder genutzt wird.

«Die Produktion von Saatgut ist personalintensiv», sagte Bauersfeld. So müssten die Felder manuell gepflegt und von Fremdgetreide und Ungräsern wie Flughafer gesäubert werden. Von der Aussaat bis zur Ernte und Aufbereitung der Bestände müsse penibel auf Sauberkeit geachtet werden. Es werde aber für die Betriebe immer schwieriger, Saisonkräfte für die Bereinigung der Felder zu finden.

In Thüringen sind rund 50 Betriebe beim Saatbauverband Sachsen-Thüringen Mitglied; in Sachsen sind es 192 Unternehmen.

© dpa-infocom, dpa:230303-99-810229/2

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