Leipzigs Spieler Timo Werner beim Kopfball., © Jan Woitas/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa/Archivbild
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RB vor Top-Duell: Rose warnt, Werner trifft, Orban startet

15.01.2023

Eine Sache war Marco Rose ganz wichtig. «Natürlich hat das wenig mit dem FC Bayern zu tun gehabt», sagte der Trainer von RB Leipzig nach dem letzten Testspiel vor dem großen Gipfeltreffen mit dem Rekordmeister in der Fußball-Bundesliga. Leipzig schoss sich am Samstag mit einem 4:0 gegen den tschechischen Erstligisten FK Mlada Boleslav warm, sportlich war Rose in erster Linie froh, «dass wir diesen Gegner hatten und uns noch einmal belasten konnten».

Insofern warnte der Trainer auch davor, sowohl dem Leipziger Sieg als auch dem 4:4 der Bayern gegen Salzburg zu viel Bedeutung zukommen zu lassen. «Testspiele sind oft Muster ohne Wert», sagte der 46-Jährige. Er warne seine Mannschaft explizit «vor Schlendrian, vor Verlust von Gier, vor zu einfachen Fehlern».

Die wohl wichtigste Erkenntnis aus der auf viermal 25 Minuten angelegten Generalprobe notierte Rose in Sachen Timo Werner. Der Nationalstürmer kam 50 Minuten zum Einsatz und damit deutlich mehr als geplant. «Man sieht sofort Timos Qualität, sein Tempo. Es ist ganz wichtig, dass er da ist», betonte Rose. Bisher war Werner nach seinem auskurierten Syndesmosebandriss als Joker gegen die Bayern eingeplant, nun könnte der 26-Jährige am Freitagabend sogar in der Startelf stehen.

Zumal Werner mit seinem Tor gegen Mlada Boleslav - zudem trafen Marcel Halstenberg, Emil Forsberg und André Silva - ihm zusätzlich Auftrieb geben dürfte. Der Angreifer muss nun schauen, wie er die Belastung verkraftet und gut durch die Trainingswoche kommen. Sein Verhältnis zu den Bayern ist durchaus pikant. Werner sollte einst noch auf Betreiben von Uli Hoeneß zu den Bayern wechseln, doch der damals neue Sportchef Hasan Salihamidzic zweifelte öffentlich an den Qualitäten des Schwaben. So wechselte Werner schließlich zum FC Chelsea, kehrte im vergangenen Sommer nach Leipzig zurück.

Dort ist seine Rolle für die Rest-Runde der Bundesliga noch einmal bedeutender geworden, da Christopher Nkunku bis mindestens Mitte Februar ausfällt. Der französische Nationalspieler ist bester RB-Torschütze, kuriert derzeit eine Knieverletzung aus. Von daher gilt Silva nach einer starken Vorbereitung als gesetzt, Rose forderte zudem ein deutliches Zeichen von Yussuf Poulsen. Der lange verletzte Angreifer müsse nun das Momentum nutzen und auf sich aufmerksam machen.

Was die Startelf gegen die Bayern betrifft, so gab Rose immerhin eine konkrete und letztlich logische Wahl bekannt. «Willi Orban wird spielen», sagte der Coach. Im letzten Test hatte der Abwehrchef nicht in der Startelf gestanden, Rose nutzte das Spiel als Test für eine andere Formation mit Lukas Klostermann, Benjamin Henrichs, Halstenberg und Josko Gvardiol. Gar nicht im Kader stand Torwart Janis Blaswich. Der 31-Jährige hat mit Wadenproblemen zu kämpfen, sollte aber gegen München im Tor stehen. Offen ist noch der Fitnesszustand von Abdou Diallo. Der Verteidiger ließ sich kurz vor Schluss des Testspiels angeschlagen auswechseln.

© dpa-infocom, dpa:230114-99-219546/3

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