Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen.Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen.
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Ramelow: Weltmeisterschaften auf Nachhaltigkeit getrimmt

15.11.2022

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die höheren Kosten für die Modernisierung der Wintersportanlagen im südthüringischen Oberhof gerechtfertigt. «Nicht die Weltmeisterschaften sind etwas teurer, sondern tatsächlich die Investitionen, die wir ausgegeben haben, sind deutlich in die Region verstärkt worden», sagte der Linke-Politiker am Dienstag in dem Wintersportort. Es seien nachhaltige Investitionen, die gleichzeitg eine Garantie bedeuteten, dass Weltcups auch zukünftig in Oberhof ausgetragen werden könnten.

Zuvor war bekannt geworden, dass die Modernisierung der Rennschlitten- und Bobbahn sowie der Biathlon-Arena am Rennsteig in Oberhof deutlich mehr Geld kostet als ursprünglich veranschlagt. Derzeit geht die Thüringer Landesregierung von rund 84 Millionen Euro aus, wie ein Sprecher des Sportministeriums erklärte. Zudem sei noch nicht alles abgerechnet. «Die Kosten können noch steigen.»

Zuvor hatte die «Thüringer Allgemeine» über die Mehrkosten berichtet. Die Bauarbeiten starteten im April 2020, damals war man noch von rund 62 Millionen Euro für die Modernisierung ausgegangen. Nächstes Jahr findet in Oberhof vom 23. bis 29. Januar in der Eisarena die Rennrodel-Weltmeisterschaft statt, vom 8. bis 19. Februar dann die Biathlon-Weltmeisterschaft. «In wenigen Wochen wird hier oben die Region Oberhof geflutet werden von Gästen, von Sportlerinnen, von Neugierigen, von Journalisten, von Menschen aus der ganzen Welt», sagte Ramelow.

Er machte deutlich, dass auch zusätzliche Maßnahmen zur energetischen Sanierung und zu einem kleineren Teil höhere Baukosten Grund für die Mehrausgaben seien. «Beide Weltmeisterschaften werden auf Nachhaltigkeit getrimmt sein.» Dazu gehöre auch ein neues Verkehrskonzept.

Die Thüringer CDU-Fraktion forderte, die Investitionen in Oberhof dürften nicht zu Lasten des Breiten- und Vereinssports gehen. Kleine Vereine und Kommunen dürften beim Sportstättenbau nicht vernachlässigt werden. «Und doch droht mit dem Entwurf der Minderheitsregierung zum Landeshaushalt 2023 und der Halbierung der Mittel gegenüber dem Vorjahr genau das», erklärte der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Thadäus König.

© dpa-infocom, dpa:221114-99-518633/3

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