Ein Schild vor einem Restaurant weist auf das Gelten der 2G-plus-Regel hin., © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild
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Ramelow: 2G plus landesweit in Restaurants ab 23. Januar

07.01.2022

In Restaurants, Cafés und Kneipen in Thüringen soll vom 23. Januar an landesweit und nicht nur in Hotspot-Regionen die 2G-plus-Regel gelten. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Freitag in Erfurt an. Thüringen setze damit den Bund-Länder-Beschluss mit der nächsten Corona-Verordnung des Landes um.

Im Freistaat gilt bereits in Regionen mit hoher Inzidenz in der Gastronomie die 2G-plus-Regel. Künftig haben dann dort überall nur Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen negativen Corona-Test oder einer Auffrischungsimpfung Zutritt zu Gaststätten und Restaurants. Wirtschaft und FDP sehen die Regelung kritisch.

Die Geschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Erfurt, Cornelia Haase-Lerch, sagte, «jede zusätzliche Beschränkung schnürt den Unternehmen die Luft weiter ab». «2G plus für die Gastronomie erschwert den Zugang zu Restaurants und Cafés derart, dass es einem Lockdown sehr nahe kommt.»

Thüringen habe wegen der hohen Sieben-Tage-Inzidenz der vergangenen Wochen bereits harte Corona-Regeln, betonte Ramelow. «2G plus kommt in der nächsten Verordnung», die dann allgemeiner gefasst werde und nicht nur für Hotspot-Regionen mit einer Inzidenz über 1000 gelte. Laut Gesundheitsministerium müssen im Freistaat nach der derzeit geltenden Verordnung Bars und Diskotheken generell geschlossen bleiben.

Laut Ramelow können die neuen Wirtschaftshilfen jetzt beantragt werden. «Sie sind ab heute freigeschaltet.» Mit Blick auf die Omikron-Variante, die sich in einigen anderen Bundesländern bereits schnell ausbreitet, erwartet er eine verstärkten Unterstützung der Bundeswehr in Thüringen. Die Krankenhäuser müssten in die Lage versetzt werden, eine möglicherweise hohe Zahl an Infizierten zu behandeln.

Die Bundeswehr würde dabei mit Fachleuten helfen, sagte der Regierungschef. Thüringen hatte einige Corona-Intensivpatienten in den vergangenen Wochen zur Behandlung in andere Bundesländer bringen müssen. Laut Gesundheitsministerium waren am Freitag 167 Omikron-Infektionen im Land registriert.

Der Ministerpräsident appellierte erneut an die Bürger, sich impfen zu lassen. Auffristungsimpfungen seien jetzt bereits drei Monate nach dem zweiten Impftermin möglich. «Das ist der höchste Schutz, den man sich im Moment gewähren kann.» Zudem erwarte er, dass bis Ende Januar zusätzlich zu den bisherigen Angeboten ein sogenannter Totimpfstoff verfügbar sei. Ramelow plädierte für ein bundesweites digitales System, über das Menschen ihren Impfstatus dokumentieren können.

Die Ministerpräsidentenkonferenz beschloss außerdem, die Quarantäne für Kontaktpersonen und die Isolierung Infizierter zu verkürzen und zu vereinfachen. Danach werden Kontaktpersonen von der Quarantäne ausgenommen, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder frisch genesen sind. Als «frisch» gilt ein Zeitraum von bis zu drei Monaten. Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher «freitesten» lassen. Das geht nach sieben Tagen.

© dpa-infocom, dpa:220107-99-628625/3

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