1,5 Prozent Wirtschaftswachstum 2022 in Thüringen
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1,5 Prozent Wirtschaftswachstum 2022 in Thüringen

30.03.2023

Das Wirtschaftswachstum in Thüringen lag 2022 wieder etwas höher als vor der Corona-Krise. Getrieben vor allem von den Dienstleistungsbereichen stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Freistaat real und damit preisbereinigt um 1,5 Prozent, wie das Statistische Landesamt am Donnerstag in Erfurt auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Damit lag es um 0,4 Prozent über dem Niveau des Jahres 2019. Allerdings fiel das Wachstum in Thüringen schwächer aus als im bundesweiten Durchschnitt mit 1,8 Prozent.

Insgesamt summierten sich die in Thüringen produzierten Waren und erbrachten Dienstleistungen auf 71,4 Milliarden Euro. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wertete das Ergebnis als beachtlich vor dem Hintergrund «der vielen Unwägbarkeiten und Risiken, die das Jahr 2022 überschattet haben - von der auslaufenden Corona-Krise über den Ukraine-Krieg bis zur Energie- und Materialverknappung». Die Thüringer Wirtschaft habe sich behauptet. Erfreulich sei die Erholung in den durch die Corona-Krise besonders betroffenen Dienstleistungsbereichen.

«Im deutlichen Minus des Bausektors schlagen sich dagegen starke Preissteigerungen und auch verschlechterte Finanzierungsbedingungen nieder», so Tiefensee. Positiv sei, dass die Arbeitsproduktivität in Thüringen stärker gestiegen sei als im Bundesdurchschnitt.

Unter den Bundesländern hatten laut Landesamt die Stadtstaaten Bremen mit 5,1 Prozent, Berlin (4,9 Prozent) und Hamburg (4,5 Prozent) das stärkste Wirtschaftswachstum aufzuweisen. Am geringsten fiel es in Rheinland-Pfalz aus, wo das BIP um 0,2 Prozent schrumpfte, und in Mecklenburg-Vorpommern (plus 0,2 Prozent). Hinter Thüringen rangierten Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen (jeweils plus 1,1 Prozent), Schleswig-Holstein (plus 1,3 Prozent) und Baden-Württemberg (plus 1,4 Prozent).

Wichtige Wirtschaftsbereiche konnten 2022 allerdings noch nicht das Vor-Corona-Niveau erreichen. Für Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei errechneten die Statistiker einen Rückgang von 9,7 Prozent im Vergleich zu 2021, im produzierenden Gewerbe einschließlich Bauwirtschaft von 1,7 Prozent. Im Dienstleistungssektor einschließlich der öffentlichen Dienstleistungen betrug das Wachstum dagegen 3,5 Prozent.

Das Bruttoinlandsprodukt stellt die Summe aller in Thüringen für den Endverbrauch hergestellten Waren und Dienstleistungen dar.

Im März verbesserte sich die Stimmung der Wirtschaft in Ostdeutschland leicht. Der Geschäftsklimaindex für die regionale Wirtschaft sei im Vergleich zum Vormonat um 0,6 Punkte auf 95,4 Punkte gestiegen, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo am Donnerstag mit. Während die befragten Unternehmen ihre Lageeinschätzung geringfügig nach unten korrigierten, verbesserte sich ihr Ausblick auf die kommenden sechs Monate etwas.

Im verarbeitenden Gewerbe bewerteten die Unternehmen die Geschäftslage etwas weniger gut als im Vormonat. Allerdings verbesserte sich ihr Ausblick geringfügig. Auch in der Dienstleistungsbranche legten sowohl die Werte für die Lage als auch für Erwartungen zu.

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© dpa-infocom, dpa:230330-99-145218/3

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