Ein Taxischild an einem Taxi., © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
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Preissprünge bei Taxifahrten in Thüringen

07.12.2022

Taxifahrten haben sich in Thüringen aufgrund des hohen Kostendrucks in der Branche massiv verteuert. In vielen Regionen des Freistaates wurden die Preise in diesem Jahr um 20 bis 25 Prozent erhöht, wie der Hauptgeschäftsführer des Landesverbandes Thüringen des Verkehrsgewerbes, Martin Kammer, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Neben den Spritpreisen und hohen Anschaffungs- und Unterhaltungskosten für die Fahrzeuge belastete vor allem der gestiegene Mindestlohn die Unternehmen. Der Mindestlohn war im Oktober auf zwölf Euro brutto je Stunde angehoben worden.

«Wenn die Personal- und Fahrzeugkosten steigen, muss das über höhere Preise weitergegeben werden», sagte Kammer. In allen Regionen seien daher Tarifanpassungsanträge gestellt worden. Grundlage für die Preise für Taxifahrten ist die Tarifordnung, die von den Landkreisen und kreisfreien Städten festgelegt wird.

«Im Saale-Holzland-Kreis ist die Lage für die Taxiunternehmen inzwischen existenzbedrohend, da der Landrat nicht unserer Tarifempfehlung gefolgt ist und die Fahrpreise nicht angehoben wurden», kritisierte Kammer. Auch in Jena seien die Fahrten derzeit noch nicht kostendeckend, weil die Preiserhöhung nicht in der erforderlichen Höhe erfolgt sei, um die höheren Mindestlöhne abzudecken. Fünf Kilometer Stadtfahrt haben sich laut Kammer in Jena um 2,20 Euro auf 18,70 Euro verteuert. «Wir haben 22,90 Euro für notwendig gehalten.»

Die Unternehmen, die ihre Kostensteigerungen nicht über die Preise regulieren könnten, müssten von den Rücklagen leben. «Allerdings sind diese schon während der Corona-Pandemie zusammengeschmolzen», sagte der Hauptgeschäftsführer.

Kammer verwies unter anderem auf die hohen Fahrzeugpreise. So müssten innerhalb eines Jahres für einen neuen Wagen bis zu 15.000 Euro mehr bezahlt werden. Ein Problem seien ferner fehlende Taxifahrer. Es sei schwierig, Fachkräfte zu finden. So könne teilweise die Nachfrage zu verkehrsschwachen Zeiten wie wochentags in den Abendstunden oder an den Sonn- und Feiertagen nicht immer bedient werden.

© dpa-infocom, dpa:221207-99-810284/2

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