Eine Jura-Studentin hält  in einer Vorlesung an der Universität Osnabrück eine Ausgabe vom Grundgesetz in der Hand., © Friso Gentsch/dpa
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Pläne für Jura-Bachelor in Thüringen

13.03.2024

Um Studierende der Rechtswissenschaften abzusichern und das Studium in Thüringen attraktiver zu machen, soll an der Uni Jena ein Bachelor-Abschluss in Jura möglich werden. Das sehen zwei Gesetzentwürfe vor, die voraussichtlich erstmals diese Woche im Landtag Thema werden. Einen gemeinsamen haben die Fraktionen der Linken, SPD und Grünen erarbeitet. Auch die CDU-Fraktion möchte eine entsprechende Änderung des Thüringer Juristenausbildungsgesetzes erreichen. Beide Entwürfe sehen vor, dass im rechtswissenschaftlichen Studium an der Uni in Jena ein Bachelor-Abschluss integriert wird. In Thüringen ist nur dort das grundsätzliche Jura-Studium möglich.

Bislang stehen diejenigen, die das Jura-Studium vor dem ersten Staatsexamen abbrechen oder wiederholt an der entscheidenden Prüfung scheitern, ohne Abschluss da. Das ist auch dann der Fall, wenn bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreich Studien- und Prüfungsleistungen erbracht wurden. Die Änderungspläne sehen vor, dass den Studierenden ein Bachelor-Grad zuerkannt wird, die die Voraussetzungen für die Zulassung zum ersten Staatsexamen erfüllen.

Vorteile für Studierende und für das Land

Das könne den Prüfungsdruck mindern, würde bereits erbrachte Leistungen berücksichtigen und einen Berufseinstieg außerhalb klassischer juristischer Berufe ermöglichen, heißt es in den Papieren. Zudem werde das Jura-Studium an der Uni Jena attraktiver. In einem Knackpunkt unterscheiden sich die zwei Entwürfe deutlich: Der Vorschlag der CDU-Fraktion beinhaltet, dass Studierende auch eine Bachelorarbeit schreiben. Im Vorabdruck des gemeinsamen Papiers der Rot-Rot-Grünen Fraktionen heißt es dagegen, dass der Bachelor zuerkannt wird, wenn die Studierenden die Voraussetzungen für die Zulassung zur staatlichen Pflichtfachprüfung erfüllen.

Entsprechende Vorstöße für den integrierten Bachelor im Jura-Studium gibt es bislang in einigen anderen Bundesländern. An der Universität Potsdam und an der Freien Universität Berlin sind die Möglichkeiten dafür schon geschaffen.

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