Eine Fahne mit dem Logo des Autobauers Opel weht am Werk in Eisenach.Eine Fahne mit dem Logo des Autobauers Opel weht am Werk in Eisenach.
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Opel-Chef: Auftragsbücher gut gefüllt: Jubiläum in Eisenach

17.09.2022

Opel hat in seinem Werk in Eisenach seit Eröffnung vor 30 Jahren rund 3,7 Millionen Autos gebaut. Darauf verwies Opel-Chef Florian Huettl am Samstag bei einer Jubiläumsfeier in dem Thüringer Werk, zu der auch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kam. «Was am 23. September 1992 begann, ist bis heute eine Erfolgsgeschichte», sagte Huettl. Das Werk, das in diesem Jahr zeitweise unter fehlenden Halbleiterbauteilen litt, sei über Monate ausgelastet. «Unsere Auftragsbücher sind voll.»

Ramelow verwies auf die mehr als 100-jährige Automobilbautradition in Eisenach, die Opel fortsetze. Das Werk stehe für einen Veränderungsprozess in den vergangenen Jahren. Einzige Konstante seien die Mitarbeiter, die immer zu dem Werk gestanden hätten, sagte der Regierungschef. Opel gehört inzwischen zum Stellantis-Konzern. In den Jahren davor hatte es Spekulationen und Sorgen gegeben, dass das Eisenacher Werk vom früheren Opel-Mutterkonzern General Motors zur Disposition gestellt werden könnte.

Welche Auswirkung das kürzlich bekanntgegebene Opel-Programm zum Ausscheiden von weiteren 1000 Mitarbeitern auf Eisenach haben wird, konnte Huettl auf Nachfrage nicht sagen. «Das ist ein freiwilliges Angebot.» Es liege in der Entscheidung der Mitarbeiter, denen Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen angeboten würden. Vorgaben für die einzelnen deutschen Standorte gebe es nicht. Die übrige Belegschaft soll nach einer Vereinbarung mit dem Betriebsrat einen Kündigungsschutz für mehrere Jahre bekommen.

Derzeit produzieren die etwa 1300 Mitarbeiter in zwei Schichten in Eisenach den SUV Grandland als Plug-in-Hybrid sowie mit klassischen Verbrennungsmotoren. Eisenach sei damit ein wichtiger Teil der Elektrifizierungsoffensive von Opel, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Huettl bekräftigte das Ziel, bis 2024 in jeder Baureihe ein E-Modell zu haben und bis 2028 in Europa nur noch elektrische Fahrzeuge anzubieten. Opel sei Teil eines Konsortiums und baue an seinem Standort Kaiserslautern eine Fabrik für Batterien, «die dann auf kurzem Weg auch in Eisenach montiert werden und nicht wie bisher aus Fernost zu uns kommen».

Der Rüsselsheimer Autobauer war nach der deutschen Wiedervereinigung eines der ersten westdeutschen Unternehmen, die sich für eine Großinvestition in Ostdeutschland entschieden. Im Februar 1991 wurde der Grundstein für die Autofabrik in Eisenach gelegt, gut eineinhalb Jahre später ging sie in Betrieb. Weit über eine Milliarde Euro wurden seither in Eisenach investiert, wo über viele Jahre vor allem Kleinwagen vom Band rollten. Seit 2019 wird mit dem SUV nur noch ein Modell gebaut - die Auslastung des Werks ist damit schwankungsanfälliger je nach Nachfrage.

© dpa-infocom, dpa:220916-99-789921/4

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