Ein Helfer verarbeitet eine Probe für einen Corona-Schnelltest., © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Noch 33.000 Anträge auf Lohnfortzahlung in Bearbeitung

18.08.2023

Über drei Jahre nach Beginn der Pandemie hängen in Thüringen noch Zehntausende Anträge auf Lohnfortzahlung in der Bearbeitung. Seit März 2020 hätten Arbeitgeber und Selbstständige rund 183.000 solcher Anträge eingereicht - rund 33.000 seien noch nicht abgearbeitet, teilte eine Sprecherin des Landesverwaltungsamtes mit. Arbeitnehmer, die wegen Quarantäneanordnungen oder fehlender Kinderbetreuung in der Pandemie nicht arbeiten konnten, erhielten demnach weiter Geld von ihren Arbeitgebern. Diese warteten jetzt unter Umständen noch auf die Erstattung.

Im Moment gehen der Sprecherin zufolge rund 200 neue Anträge in der Woche ein. Zum Vergleich: Vor der Pandemie waren es 15 bis 20 solcher Anträge im Jahr. Wegen der Antragsflut sei Personal «systematisch und umfassend» aus anderen Teilen der Verwaltung zugewiesen worden, hauptsächlich aus dem Landesverwaltungsamt selbst.

Insgesamt seien seit März 2020 rund 119 Millionen Euro ausgezahlt worden. Von den 150.000 bearbeiteten Anträgen seien rund 15.000 abgelehnt worden. Gründe für die Ablehnung und die Bearbeitungszeit der Anträge werden den Angaben zufolge statistisch nicht erfasst.

Solche Anträge können Arbeitgeber und Selbstständige stellen und so eine Entschädigung bekommen, wenn Arbeitnehmer wegen behördlicher Anordnungen nicht arbeiten konnten. Das war in der Pandemie etwa oft der Fall, weil eine Quarantänepflicht im Fall einer Corona-Infektion bestand oder weil Schulen oder Kitas geschlossen waren und keine Betreuung für die Kinder organisiert werden konnte. Die Anträge können bis zu zwei Jahre nach Beginn des Arbeitsausfalls gestellt werden.

© dpa-infocom, dpa:230818-99-873305/2

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