Neues Luchsgehege in Wildkatzendorf geplantNeues Luchsgehege in Wildkatzendorf geplant
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Neues Luchsgehege in Wildkatzendorf geplant

10.06.2022

Im Wildkatzendorf Hütscheroda (Wartburgkreis) entsteht ein neues, eigens für Jungtiere konzipiertes Luchsgehege. Dort sollen künftig auf einem mehr als 3500 Quadratmeter großen Gelände in Gefangenschaft geborene Luchse unter möglichst natürlichen Bedingungen und ohne Kontakt zu Menschen aufwachsen, bevor sie dann ausgewildert werden. Das Gehege im Wildkatzendorf des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) werde im kommenden Frühjahr bezugsfertig sein, hieß es am Freitag in einer Mitteilung des Umweltministeriums anlässlich des Tages des Luchses am 11. Juni.

In Hütscheroda lebt derzeit ein Luchspärchen in einem Schaugehege. Dessen Nachwuchs sowie Jungtiere aus anderen Gegenden sollen künftig in dem neuen Gehege übergangsweise gehalten werden. Das Wildkatzendorf will damit Teil eines Netzwerkes aus Zoos und Wildgehegen werden, welches sich die Zucht geeigneter Luchse für Freilandprojekte auf die Fahnen geschrieben hat. In Deutschland leben den Angaben zufolge rund 130 der seltenen und streng geschützten Großkatzen mit den Pinselohren. Durch die Thüringer Wälder streifen weniger als zehn davon.

Einst großflächig verbreitet, kommen Luchse heute in Deutschland nur in drei voneinander isolierten Verbreitungsgebieten vor: dem Harz, dem Bayerischen Wald und dem Pfälzerwald. Ein Austausch von Tieren zwischen diesen Populationen gibt es derzeit nicht.

Mit ihrem neuen Projekt wollen der BUND Thüringen, die Wildtierland Hainich gGmbH und der WWF Deutschland (World Wildlife Fund) wieder eine Verbindung zwischen diesen Populationen schaffen. Es wird vom Freistaat mit 677 000 Euro gefördert. Neben dem neuen Gehege sollen zur Erfassung der Tiere auch die Fotofallen ausgeweitet werden.

Ziel sei es, künftig aktiv weitere Luchse im Thüringer Wald anzusiedeln, hieß es. Eine Computersimulation belege, dass die natürliche Wiederbesiedlung von Lebensräumen wie dem Thüringer Wald ohne aktive Unterstützung auch in 25 Jahren unwahrscheinlich sei.

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© dpa-infocom, dpa:220610-99-615979/2

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