Eine Besucherin steht mit einer 3D-Brille in der Sonderausstellung «Digitaler Wald» im Forum Wissen., © Swen Pförtner/dpa
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Neue Ausstellung zur Klimaforschung in Göttingen

26.10.2023

Historische Messinstrumente begutachten, eine virtuelle Aussicht weit über die Baumwipfel genießen und einmal in das Innere eines Baumes schauen: Die neue Sonderausstellung «Digitaler Wald» im Forum Wissen gibt einen Einblick in die Klimaforschung der Universitäten Göttingen und Leipzig.

«Wir wollen, dass die Leute unsere Forschung begleiten können», sagte der Bioklimatologe Alexander Knohl. Gleichzeitig werden Besucherinnen und Besucher eingeladen, sich mit ihrem eigenen Handeln in der Klimakrise auseinanderzusetzen. Die Ausstellung ist bis zum 4. Februar 2024 im Wissensmuseum der Universität Göttingen zu sehen.

Im Fokus stehe der Einfluss der Dürre auf den Wald, erklärte Knohl. «Uns hat interessiert: Was passiert mit der Buche?» Die Sorte galt lange als stressresistent, im extrem warmen Jahr 2018 starben aber auch Buchenwälder großflächig ab. Im Thüringer Nationalpark Hainich gingen damals 30 Prozent der Buchen ein, wie Satellitenaufnahmen der Universität Göttingen zeigen.

Gäste der Ausstellung können sich dank Künstlicher Intelligenz selbst einen Überblick über die Buchenwälder verschaffen, sagte die Projektkoordinatorin Franziska Koebsch. Sie bekämen den täuschend echten Eindruck, selbst auf dem 40 Meter hohen Messturm mitten im Nationalpark Hainich zu stehen und die Luftwirbel über den Baumwipfeln zu betrachten. «Die Besucher können auch in einen Baum schauen und die Wasserzufuhr des Baums beobachten», sagte Koebsch.

Die Ausstellung gliedert sich nach Angaben der Organisatoren in fünf Bereiche: Die Besucher bekommen einen Einblick in die Entwicklung der Klimaforschung, können sich über Treibhausgase, Messtechniken und die Funktionen des Waldes informieren. Im letzten Bereich «Vom Wissen zum Handeln» sollen Klimaaktivisten aus der Region zu Wort kommen.

Das Konzept basiert auf dem Forschungsprojekt «Digital Forest» des Landes Niedersachsen. Partner der Ausstellung ist der Nationalpark Hainich in Thüringen, wo die Schau im Laufe des Jahres 2024 ebenfalls zu sehen sein wird.

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