Die Sonne geht über leeren Bahnsteigen am Erfurter Hauptbahnhof auf., © Martin Schutt/dpa/Archivbild
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Nach Streikabsage: Ausfälle im Thüringer Bahnverkehr möglich

14.05.2023

Nach der kurzfristigen Absage des geplanten 50-Stunden-Warnstreiks bei der Bahn soll der Bahnverkehr in Thüringen am Montag weiterlaufen. Es könne dennoch zu Einschränkungen kommen, teilten die für große Teile des Regionalverkehrs im Freistaat zuständigen Unternehmen Erfurter Bahn und Abellio am Sonntag mit. Auch die Deutsche Bahn stellte ihre Kunden darauf ein, dass trotz Warnstreik-Absage in den kommenden Tagen möglicherweise nicht alle Züge fahren können. Die Bahn-Unternehmen rieten Reisenden, sich vor Fahrtantritt zu informieren.

Der geplante Warnstreik bei der Bahn war am Samstag überraschend abgesagt worden. Die Deutsche Bahn und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt am Main einem Vergleich zugestimmt. Der Arbeitskampf hätte zu einem zwei Tage langen Stillstand des Fernverkehrs am Montag und Dienstag geführt, auch im Regional- und Güterverkehr hätte wohl kaum ein Zug fahren können.

Für den Bahn-Konkurrenten Abellio galt die Absage indes nicht, wie ein Unternehmenssprecher am Sonntag auf Anfrage sagte. «Der Streikaufruf hat bisher Bestand.» Entsprechend sei im Regionalverkehr in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit Einschränkungen zu rechnen. Es sei allerdings zu hoffen, dass diese nicht zu so weitreichend ausfielen wie bei einem Streik bei der DB Netz AG, der die Bahn-Infrastruktur treffe. Der ersatzweise eingerichtete Busverkehr bleibe bestehen.

Die EVG hatte betont, dass der Streikaufruf für einige Bahn-Unternehmen weiterhin gelte. Sie verhandelt seit Ende Februar auch mit rund 50 Konkurrenten der Deutschen Bahn über neue Tarifverträge, darunter laut Unternehmen auch Abellio. Bei der Erfurter Bahn, die auch die Südthüringen-Bahn betreibt, fahren die Züge den Angaben zufolge nach Fahrplan. Der für mehrere Strecken angekündigte Schienenersatzverkehr entfalle. Keinen Ersatzverkehr gebe es auf der Linie Fröttstädt-Friedrichroda.

Bereits am Samstag hatte die Deutsche Bahn angedeutet, dass trotz Warnstreik-Absage in den kommenden Tagen nicht alle Züge werden fahren können. «Die DB steht vor der großen Herausforderung, rund 50 000 Zugfahrten sowie die dazugehörigen Schicht- und Einsatzpläne wieder neu zu planen», hieß es.

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