Der Garten am Schillerhaus in Rudolstadt., © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
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Museen und Schlösser lockten als Ausflugsziele zu Pfingsten

20.05.2024

Die Thüringer haben am langen Pfingstwochenende für einen Ausflug die Qual der Wahl gehabt: Schlösser, Museen und Mühlen im Freistaat haben mit zahlreichen Angeboten gelockt und seltene Einblicke gewährt.

Zudem feierten Christen den Geburtstag ihrer Kirche und den Beginn der Verbreitung der christlichen Botschaft. Das Pfingstfest gilt nach Weihnachten und Ostern als einer der Höhepunkte im Kirchenjahr. In zahlreichen Kirchengemeinden gab es etwa Gottesdienste im Grünen, Konzerte, Taufen, Konfirmationen und Firmungen. Auch Pilger- und Rad-Touren wurden angeboten.

Zum Deutschen Mühlentag hatten am Pfingstmontag 54 historische Wind- und Wassermühlen in Thüringen für Gäste geöffnet und erlaubten Einblicke in Technik und Geschichte. Neben Führungen gab es auch kleine Feste. Gut besucht war beispielsweise die Bockwindmühle in Krippendorf bei Jena. In Klettbach im Weimarer Land konnten die Fortschritte beim Wiederaufbau der dortigen, 2022 vom Sturm «Zeynep» zerstörten historischen Bockwindmühle in Augenschein genommen werden. Anfang Mai wurde der Mühlenbock, also die Unterkonstruktion des Bauwerkes, gestellt.

Eigentlich sollte die komplette im Jahr 1743 erbaute Mühle bereits zum diesjährigen Mühlentag wieder aufgebaut sein. Doch Probleme bei der Materialbeschaffung führten zu Verzögerungen, wie der Vorsitzende des Mühlenvereins Klettbach, Herbert Aust, sagte. «Das Altholz aus Eiche dafür muss mindestens fünf bis sieben Jahre trocken abgelagert sein.» Von den Originalteilen hätten 30 Prozent zum Wiederaufbau verwendet werden können. Daher bleibe auch der Denkmalstatus erhalten. Nun soll voraussichtlich bis zum Denkmaltag im September der Mühlenkörper stehen, später sollen noch die Flügel und die alte Technik folgen.

Zum Internationalen Museumstag am Pfingstsonntag gab es mit Ausstellungseröffnungen, Sonderführungen, Mitmachaktionen für Familien und Konzerten ein abwechslungsreiches Programm. Nach Angaben des Thüringer Museumsverbands beteiligten sich mehr als 50 Häuser im Freistaat. Unter dem diesjährigen Motto «Museen mit Freude entdecken» wurden mehr als 100 Aktionen angeboten. Der Eintritt dafür war mancherorts frei. Das könnten sich allerdings nicht alle Einrichtungen leisten, sagte Verbandspräsident Roland Krischke mit Verweis auf die schwierige Lage vieler Häuser.

Gerade für viele kleine und mittlere Museen seien die Einnahmen am Pfingstwochenende unentbehrlich. In vielen Häusern herrsche nach wie vor Personalmangel und es fehlten die finanziellen Mittel für eine moderne Ausstellungsgestaltung, angemessene Depots, museumspädagogische Angebote, Öffentlichkeitsarbeit oder ein effektives Marketing, sagte Krischke. Die Thüringer Politik müsse die Museumslandschaft bei der Beseitigung dieser Defizite unterstützen.

Tausende Besucher kamen nach Veranstalterangaben auch in diesem Jahr wieder zu den Thüringer Schlössertagen. Diese standen in diesem Jahr von Freitag bis Pfingstmontag unter dem Motto «Aufgepeppt! Von der Burg zum Schloss». In 16 Residenzen und Gärten konnten sich die Gäste etwa in Altenburg, Gotha und Weimar dabei auf Spurensuche begeben.

© dpa-infocom, dpa:240518-99-83006/4

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