Ein Elektrofahrzeug vom Typ «E-up» von VW (Volkswagen) wird an einer Stromtankstelle aufgeladen., © Patrick Pleul/dpa/Symbolbild
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Ministerium: Ladepunkte für E-Autos in Wohngebieten fehlen

25.09.2022

Beim Umstieg auf Elektroautos sieht das Thüringer Energieministerium die Wohnungsgesellschaften stärker gefordert. Auch diese Unternehmen müssten neben Kommunen und Stadtwerken Ladesäulen aufstellen, damit mehr Menschen die Möglichkeit hätten, E-Fahrzeuge zu Hause zu laden, sagte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage. Derzeit täten sich viele Wohnungsunternehmen schwer damit, Ladepunkte für Elektroautos zu schaffen, «weil sie kein Ladesäulen-Betreiber sein wollen». Allerdings sei dies auch nicht nötig, wenn Wohnungsgesellschaften beim Ausbau der Ladeinfrastruktur etwa mit Stadtwerken zusammenarbeiteten.

Nach Angaben der Thüringer Energie- und Greentech-Agentur gibt es im Freistaat derzeit etwa 1150 öffentlich zugängliche «Stromtankstellen». Nur ein Teil davon befindet sich aber in den von Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern dominierten Wohngebieten, genaue Angaben dazu hat das Ministerium allerdings nicht.

«Rund 50 Prozent aller Pkw in Thüringen sind derzeit in Besitz von Bewohnern von Drei- und Mehrgeschosswohnhäusern», heißt es im Konzept zur Thüringer Ladeinfrastruktur bis 2030. In den kreisfreien Städten wie Erfurt, Jena oder Weimar sind es sogar 79 Prozent. «Hier mangelt es in vielen Fällen an privaten Ladepunkten, teilweise weil die Stellplätze ohne Stromversorgung sind oder weil gar kein privater Stellplatz zur Verfügung steht», steht in dem Papier.

Die Thüringer Energie AG hatte im vergangenen Jahr 320.000 Euro Fördermittel vom Land erhalten, um das Ladenetz für Elektroautos auszubauen. Damit sollte der Bau von 82 öffentlichen Ladepunkten unterstützt werden. Von diesen waren 48 «überwiegend» für Wohngebiete vorgesehen. In der Vergangenheit waren viele Ladepunkte vor allem entlang von großen Straßen entstanden.

Energie- und Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, inzwischen gebe es in Thüringen ein «grundlegendes Netz», um elektrisch betriebene Fahrzeuge aufladen zu können. «Darauf muss nun der gezielte Ausbau in Wohnquartieren oder auf Parkplätzen des Einzelhandels folgen, damit die Zahl der Ladesäulen mit den Zulassungszahlen für E-Autos Schritt hält.» Das Laden beim Einkaufen, am Arbeitsplatz oder vor der eigenen Haustür mache die Elektromobilität noch attraktiver.

Über das Programm «E-Mobil Invest» unterstützt das Land Siegesmund zufolge Unternehmen, die in öffentlich zugängliche Ladepunkte investieren wollen. Je nach Art des Ladepunkts sind dabei Förderungen von bis zu 20.000 Euro möglich. «Für die volle Förderung muss die Ladesäule 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen der Woche öffentlich zugänglich sein», hieß es dazu aus dem Energieministerium.

Grundsätzlich sieht das Energieministerium den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Wohngebieten aber nur als einen Teil der Verkehrswende an - besonders in den Städten. Auch die Nahverkehrsangebote müssten ausgebaut und zum Beispiel um Carsharing-Angebote ergänzt werden. Eigenheimbewohner auf dem Land mit eigenen Parkplätzen hingegen seien oft unabhängiger von einem öffentlich zugänglichen Ladenetz.

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