Wolfgang Tiefensee (SPD), Wirtschaftsminister von Thüringen, spricht während einer Pressekonferenz.Wolfgang Tiefensee (SPD), Wirtschaftsminister von Thüringen, spricht während einer Pressekonferenz.
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Minister lehnt weiteren Betrieb von Atomkraftwerken nicht ab

21.08.2022

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) lehnt den weiteren Betrieb der deutschen Atomkraftwerke nicht ab. «Den Luxus, zwischen 'guter' und 'schlechter' Energie zu unterscheiden, können wir uns im Moment einfach nicht leisten», sagte Tiefensee am Sonntag laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Es müsse weiterhin alles unternommen werden, eine Energiemangellage zu verhindern. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben.

Die Umstellung der Produktion auf regenerative Energien könne wegen der mangelnden Verfügbarkeit entsprechender Produkte und Installationskapazitäten allenfalls mittelfristig eine Lösung sein, erklärte der SPD-Politiker. Ein Herunterfahren von Kraftwerken, die liefen und zur Bewältigung der Energiekrise beitragen könnten, sollte in der momentanen Situation «eigentlich ausgeschlossen sein – egal, welche Energieträger dort jeweils zum Einsatz kommen.»

Wie der Minister weiter ausführte, seien die Möglichkeiten der Unternehmen im Land zur Energieeinsparung sehr begrenzt. Aufgrund des Energiemangels und der rasant steigenden Energiepreise stünden die Unternehmen in Thüringen vor existenziellen Herausforderungen. Es müsse weiterhin alles unternommen werden, eine Energiemangellage zu verhindern. Sollte es auch nur zu einer teilweisen Abschaltung der Energieversorgung für die Wirtschaft kommen, wären die ökonomischen und letztlich auch sozialen Folgen verheerend.

© dpa-infocom, dpa:220821-99-465671/2

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