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Mangelnde Internetversorgung in jedem dritten Unternehmen

08.02.2022

Einer IHK-Umfrage zufolge ist jedes dritte Thüringer Unternehmen ohne ausreichende Internetversorgung. Der durch die Corona-Krise beschleunigte digitale Wandel stelle vor allem kleine und mittlere Unternehmen vor Herausforderungen, teilten die Thüringer Industrie- und Handelskammern in Ost-, Süd- und Mittelthüringen am Dienstag mit. Das habe eine Umfrage der drei Häuser ergeben, an der sich 174 Thüringer Unternehmen beteiligten. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, man nehme solche Hinweise ernst, halte das Ergebnis aber für überzeichnet.

Nach Einschätzung der Kammern ist die mangelnde Internetversorgung «Digitalisierungskiller Nr.1». Mehr als ein Drittel der befragten Firmen seien davon betroffen. 70 Prozent der Unternehmen gaben zudem an, es brauche vor allem und dringend eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur. «Die Thüringer Politik muss deutlich mehr tun, damit digitales, mobiles Arbeiten und automatisierte Lösungen von und für Unternehmen nicht an fehlenden oder zu langsamen Datennetzen scheitern», betonte der Hauptgeschäftsführer der Ostthüringer IHK, Peter Höhne. Die unzureichende digitale Infrastruktur gefährde den Wirtschaftsstandort Thüringen.

Fast die Hälfte der Unternehmen ist der Meinung, dass es vor allem einen unbürokratischeren Zugang zu öffentlichen Fördermitteln in diesem Kontext brauche. Und jedes dritte Unternehmen sieht dringenden Handlungsbedarf der Politik bei der Digitalisierung unternehmensbezogener Verwaltungsverfahren.

Das Wirtschaftsministerium wies darauf hin, dass nach eigenen Zahlen und Schätzungen der Anteil der Unternehmen, die nicht auf mindestens 50 MBit schnelles Breitband zugreifen könnten, deutlich unter 10 Prozent liege. Internet mit geringeren Übertragungsgeschwindigkeiten sei inzwischen praktisch überall zugänglich.

Die IHKs wollen mit Aus- und Weiterbildungsangeboten die Kompetenzen der Mitarbeiter und Führungskräfte im Umgang mit digitalen Technologien und digitalen Geschäftsprozessen ausbauen. Denn auch diese werden von Unternehmen als unzureichend angegeben. Schulungsbedarf besteht aus ihrer Sicht für knapp die Hälfte der Unternehmen - auch bei Datenschutz und IT-Sicherheit.

© dpa-infocom, dpa:220208-99-34842/4

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