Backenzahn eines Mammut-Kalbes liegt im Geraer Museum für Naturkunde nach einer präparotorischen Behandlung.
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Mammutzähne erfolgreich restauriert: Rückkehr ins Museum

03.01.2023

Nach aufwendiger Restaurierung sind zwölf uralte Mammutzähne in das Naturkundemuseum Gera zurückgekehrt. Die Präparation der 1874 in einer Höhle im heutigen Stadtgebiet gefundenen Zähne sei erfolgreich verlaufen, teilte die Stadtverwaltung am Dienstag mit. Sie sollen am 21. Januar während eines Urzeit-Tages in dem Museum der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die vom Zerfall bedrohten Backenzähne der urzeitlichen Tierkolosse waren auf Initiative des Vereins Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde im vergangenen Jahr zu einer Spezialbehandlung in eine Präparatorenwerkstatt in Nordrhein-Westfalen gebracht worden.

Der Zustand der Mammutzähne sei auch deshalb so schlecht gewesen, weil sie in der Vergangenheit nicht fachgerecht behandelt worden seien, teilte Frank Hrouda vom Museum für Naturkunde mit. Einzelne Zähne seien mehrfach gebrochen und notdürftig mit braunem Leim und anderen Substanzen zusammengesetzt worden. Zahnlücken waren mit Gips verspachtelt oder durch eingesetzte Holzstücke ersetzt worden.

Diese Materialien hätten bei der Restaurierung zunächst entfernt werden müssen, sagte er. Sie wurden gewaschen und gebürstet. Jeder Zahn sei mit Silikon beschichtet und in flüssigem Epoxidharz getränkt worden. Dies sorge nach dem Aushärten für Festigkeit.

Finanziert wurde die Behandlung der Urzähne über einen 5000-Euro-Zuschuss des Thüringer Wissenschaftsministeriums. Auch Lotto-Mittel und Privatspenden kamen der Restaurierung zugute, so spendeten etwa mehrere Zahnärzte Geld.

In der Dauerausstellung des Museums sind die Mammutzähne nicht zu sehen. 2024 sollen sie in einer Sonderausstellung gezeigt werden, wie Hrouda sagte. Dann liege die Entdeckung der Höhle 150 Jahre zurück. Die Lindenthaler Hyänenhöhle war vor 20.000 bis 30.000 Jahren von Hyänen bewohnt worden. Sie hatten Tierkadaver in die Höhle geschleppt und bis auf die Knochen abgenagt, wovon Funde zeugten.

© dpa-infocom, dpa:230103-99-92138/2

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