Ein Junge springt vom 5-Meter-Turm im Sport- und Freizeitbad Hammergrund ins Wasser., © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Linke: Corona hinterlässt Schwimmdefizite bei Schulkindern

13.08.2022

In der Corona-Pandemie haben in Thüringen nach Angaben der Linke-Landtagsfraktion fast 6400 Schulkinder keinen oder nur eingeschränkten Schwimmunterricht erhalten. In den Schuljahren 2019/20 und 2020/21 seien 404 aller staatlichen Grund- und Förderschulen sowie Gemeinschaftsschulen mit Grundschulklassen von Ausfällen oder Einschränkungen betroffen gewesen, teilte der Linke-Bildungspolitiker Torsten Wolf der Deutschen Presse-Agentur mit. Dies seien rund 85 Prozent dieser Schulen. Wolf berief sich auf die Antwort des Bildungsministeriums auf eine Landtagsanfrage der Fraktion. Schwimmunterricht wird in Thüringen in der 3. Klasse erteilt.

Dabei sollen die Kinder in die Lage versetzt werden, mindestens 15 Minuten am Stück sicher zu schwimmen. Von den knapp 6400 Kindern, die in den beiden Schuljahren keinen lehrplangerechten Schwimmunterricht erhielten, gelten dem Linke-Bildungsexperten zufolge heute rund 3800 als Nichtschwimmer, da sie im Schwimmbecken keine 25 Meter schaffen. Weitere rund 2500 sind als unsichere Schwimmer eingestuft. Das bedeutet, sie können zwar mehr als 25 Meter am Stück schwimmen, sich aber nicht die geforderte Viertelstunde im Wasser halten.

Während der Pandemie waren Hallen- und Freibäder, die für den Schwimmunterricht genutzt werden, teils monatelang geschlossen. Um das Versäumte nachzuholen, habe die Landesregierung mit Landes- und Bundesmitteln sogenannte Lernschecks vorbereitet, sagte Wolf. Darüber würden für Nichtschwimmer 20 Stunden Schwimmförderung finanziert, für unsichere Schwimmer zehn Stunden. Das Aufholprogramm könne jedoch nur funktionieren, wenn lokale Badbetreiber und Schwimmvereine Kurse anböten und die Lernschecks so eingelöst werden könnten.

© dpa-infocom, dpa:220813-99-371643/2

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