Eine historische Gaslaterne beleuchtet eine Straße bei Nacht., © Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
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Licht und warm Wasser aus? Städte suchen nach Spar-Optionen

04.08.2022

Vor dem Hintergrund der drohenden Energiekrise suchen Städte in Thüringen nach Einsparmöglichkeiten. So sollen etwa in Gera Potenziale für Schulen, Hallen und ähnliche Gebäude geprüft werden. «Die nächtliche, gedimmte Beleuchtung im Foyer des Kultur- und Kongresszentrums wurde bereits ausgeschaltet», informierte eine Sprecherin. Damit werden nach Angaben der Stadt keine zum Kulturamt gehörenden Einrichtungen nachts mehr durch Scheinwerfer beleuchtet. Licht gebe es hier, wie auch am Naturkundemuseum, nur noch entlang der Terrasse und Fußwege - zur Verkehrssicherheit. Auch an der Orangerie und dem Otto-Dix-Haus seien in den Nachtstunden ausschließlich Sicherheitsleuchten an den Türen an, «die – wie der Name aussagt – der Sicherheit dienen und nicht deaktiviert werden können», hieß es.

Die Stadt Jena verkündete jüngst, abends und nachts keine öffentlichen Gebäude und Sehenswürdigkeiten mehr anzustrahlen. Insgesamt 15 städtische Gebäude - darunter das Stadtmuseum, das Johannestor mit Stadtmauer, das Volksbad und das Theaterhaus - stehen nun nachts im Dunkeln. Durch das Abschalten der Beleuchtung werden nach Angaben der Stadt rund 30.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr eingespart. Das entspreche etwa dem Energieverbrauch von zehn Einfamilienhäusern, die von jeweils zwei Personen bewohnt werden

Auch in der Landeshauptstadt werden mögliche Maßnahmen bewertet, um Handlungsempfehlungen zu geben. «Dabei sind Machbarkeit und Auswirkungen abzuwägen», hieß es von Seiten der Stadt. Oft sei Energieeinsatz auch mit Verpflichtungen verbunden. «Klar muss uns allen sein: Jede Maßnahme bringt Einschnitte mit sich.» In Erfurt wurde bereits die Temperatur in den Bädern abgesenkt und in den Turnhallen das warme Wasser abgestellt.

In Ilmenau bemühe man sich auch jetzt schon, «energetisch so sparsam wie möglich zu arbeiten», sagte ein Sprecher. So würden etwa Schwimmbecken nachts abgedeckt sowie die Temperatur in den Nachtstunden abgesenkt, um den Energieverbrauch zu minimieren. Auch die Nutzung von Fernwärme gehöre zu den Schwerpunkten. Diese ließe sich «noch ein wenig weiter ausreizen, große Spielräume bestehen jedoch nicht», hieß es.

© dpa-infocom, dpa:220804-99-274669/2

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