Blick in einen geschädigten Laubmischwald., © Sebastian Willnow/dpa/Archivbild
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Landesforstanstalt gibt keine Entwarnung wegen Trockenheit

30.03.2024

Thüringens Waldböden haben über die zurückliegende regenreiche Zeit viel Wasser aufnehmen können. Die Landesforstanstalt bleibt aber skeptisch.

«Wir haben die sehr angenehme Situation, dass wir derzeit noch eine relativ hohe Wassersättigung in den Waldböden haben», sagte Horst Sprossmann, Sprecher von Thüringenforst im Gespräch mit dpa. «Aber nur weil der Boden jetzt noch durch den Winter gute Feuchte hat, heißt das noch lange nicht, dass das Jahr gerettet ist.» Der Stand der Wassersättigung wird laut Sprossmann anhand von 15 in ganz Thüringen verteilten Messstationen erfasst.

Auch die Bodenfeuchtekarte des Deutschen Wetterdienst (DWD) zeigt fast durchgehend gesättigte Böden in Thüringen. Der Winter sei überdurchschnittlich nass gewesen und dadurch die Dürre der vergangenen Zeit weitgehend aufgelöst worden, so ein DWD-Sprecher. Aber daraus könne nicht geschlussfolgert werden, dass sich das Thema Dürre für dieses Jahr erledigt habe.

Denn je tiefer der Blick unter die Oberfläche geht, umso differenzierter ist das Bild dann auch bereits: So zeichnen sich bei der Betrachtung des sogenannten Gesamtbodens in einer Tiefe von bis zu 1,8 Metern vor allem in der Mitte und im Süden Thüringens verschieden hohe Dürre-Grade ab. Das geht aus dem Dürremonitor des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung (UFZ) hervor. Aber auch auf der Oberbodenkarte, die Tiefen bis 25 Meter berücksichtigt, sind im März schon deutliche Dürre-Entwicklungen für Thüringen zu erkennen.

Entscheidend sei laut Sprossmann genügend Niederschlag im Frühling. Da die Vegetation nun zunehmend grün wird, nehmen die Pflanzen enorme Mengen Bodenwasser auf. Eigentlich spielt dabei auch Schmelzwasser aus höheren Lagen eine Rolle - in diesem Jahr aber fehlt es, da es wenig Schnee gab. «Kommt dann noch ein trockener Frühsommer, dann haben wir wieder sehr schnell ein Problem», so Sprossmann.

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