Kommerzialisierung des Hospizwesens: Regionalbischöfin warntKommerzialisierung des Hospizwesens: Regionalbischöfin warnt
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Kommerzialisierung des Hospizwesens: Regionalbischöfin warnt

05.10.2022

Die Regionalbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland sieht Thüringen bei der Hospizarbeit und Palliativ-Versorgung gut aufgestellt. Im ersten Satz der Verfassung sei in Thüringen zudem - anders als in anderen Bundesländern - das würdevolle Sterben als verpflichtende staatliche Aufgabe benannt. «Das ist etwas ganz Besonderes, und diese Aufgabe wird auch ernst genommen», sagte Friederike F. Spengler, die auch Vorstandsvorsitzende des Thüringer Hospiz- und Palliativverbandes (THPV) ist.

Sie warnte aber auch vor einer zunehmenden Hospitalisierung und Kommerzialisierung des Hospizwesens. Die Hospizbewegung sei eine Bürgerbewegung, die sich unter anderem in der Gesellschaft dafür einsetze, dass Sterben und Trauern mitten im Leben stattfinden. Das Sterben müsse selbstbestimmt gestaltet werden können und jeder müsse in Abschied und Sterben einen geschützten Ort für Leib und Seele finden können.

Am kommenden Sonntag ist Welthospiztag. Dieser findet immer am zweiten Samstag im Oktober statt und soll die Aufmerksamkeit für hospizliche und palliative Belange erhöhen. Dieses Jahr steht er unter dem Motto «Hospiz kann mehr». Thüringer Dienste und Einrichtungen beteiligen sich unter anderem mit Infoständen, Filmvorführungen, Konzerten und Gottesdiensten an dem Tag.

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