Blüten eines Strauches der Gemeinen Hasel in einem Park., © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
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Klimawandel: Pflanzen blühen etwa drei Wochen früher

20.02.2022

Der Klimawandel sorgt in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für ein früheres Erblühen der Pflanzen. «Im Frühjahr beginnen zahlreiche Pflanzen etwa drei Wochen früher mit der Blüte als noch vor einigen Jahrzehnten», sagt der Agrarmeteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Leipzig, Falk Böttcher. In den drei Bundesländern sind neben Hasel und Erle insbesondere Schneeglöckchen und Krokusse deutlich früher zu sehen.

«In erster Linie hängt diese Entwicklung mit der Erwärmung zusammen. Darauf reagieren die Pflanzen mit einer insgesamt längeren Vegetationszeit», betonte Böttcher. Zudem hätten Pflanzen aus anderen Regionen eine Chance sich zu etablieren, darunter auch einige Unkräuter, «die gar nicht gerne gesehen werden».

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stieg die durchschnittliche Jahrestemperatur in den Zeiträumen 1961 bis 1990 und 1991 bis 2021 um etwa ein Grad. Aber insbesondere das Frühjahr und der Winter sind demnach mit 1,5 bis 1,7 Grad deutlich wärmer. Im Herbst sei der Unterschied dagegen nur noch geringer. So stieg die durchschnittliche Jahrestemperatur im Oktober in den genannten Zeiträumen lediglich um 0,2 Grad.

Der verfrühte Beginn der Blüte bedeutet vor allem für empfindliche Menschen gesundheitliche Einschränkungen. «Die Hasel und die Erle stoßen bereits Pollen aus und belasten Allergiker dadurch schon früher. Auch die Getreidepollen kommen eher», erläuterte Böttcher. Verschärfend komme hinzu, dass die Pollen insgesamt auch länger in der Luft seien.

In der Landwirtschaft ist die verfrühte Blüte vor allem für Obstbäume eine Gefahr. «Viele erreichen früh ein bestimmtes Entwicklungsstadium und werden durch Spätfröste im April und Mai erheblich beschädigt», sagte Böttcher. Das könne sogar zu kompletten Ernteausfällen führen.

© dpa-infocom, dpa:220220-99-212959/3

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