Farbige Anstecker für das Kunstfest Weimar liegen auf einem Tisch., © Martin Schutt/ZB/dpa/Archivbild
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Klima, Krieg, Kultur: Kunstfest Weimar will Hoffnung machen

29.04.2022

Beim Kunstfest in Weimar wird es unter der Überschrift «Sehnsucht nach morgen» sowohl um die Klimakrise als auch den Krieg in Europa gehen. «Wir wollten Hoffnung machen. Wir haben ohnehin wieder sehr politische Themen im gesamten Kunstfest-Spektrum», sagte der künstlerische Leiter, Rolf Hemke, am Freitag in Weimar. «Wir hoffen auf morgen: auf neuen Frieden in Europa, auf ein unbeschwertes Kunstfest ohne pandemiebeschränkte Einschränkungen.» So wird das Fest in diesem Jahr auch wieder mit voller Auslastung geplant. «Kunst kann auch trösten», sagte der Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters, Hasko Weber.

Auftakt des Kunstfestes soll die Uraufführung Solastalgia» von Thomas Köck in Koproduktion mit dem Schauspiel Frankfurt sein. In dem Stück gehe es um die Zerstörung eines Ortes, hier assoziativ gemeint sind der Taunus bei Frankfurt am Main und der Thüringer Wald. Zwei Aufführungen wird es in Weimar geben, bevor das Stück nach Frankfurt zieht. «Es ist ein Stück in Entwicklung, die Proben haben noch nicht begonnen», sagte Hemke.

Am zweiten Tag des Festivals soll das Tanztheaterstück «CION», das schon für 2020 angekündigt war, als deutsche Erstaufführung auf die Bühne kommen. Das Stück des südafrikanischen Choreographen Gregory Maqoma war bereits 2019 im Vorverkauf. «Das ist auch super im Vorverkauf gelaufen», erinnerte sich Hemke. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Auch das Musiktheater «Broken Cord», das für 2021 gebucht war, fiel coronabedingt aus. In diesem Jahr sollen beide Stücke als Höhepunkte fürs Publikum zu sehen sein.

In «Welcome to Paradise lost» geht es um den Wandel des Klimas und Zerstörung. Das vom Weimarer Komponisten Jörn Arnecke vertonte Stück wird bereits geprobt. Unter anderem wird ein Chor von Jugendlichen in der Uraufführung am 2. September zu hören sein. Als Konzerthöhepunkt wurde das Allstar-Konzert der vier Jazz-Musiker von 4 Wheel Drive vorgestellt.

«Das Kunstfest hatte im vergangenen Jahr eine Größe, die wir in diesem Jahr sicherlich nicht haben werden, nicht haben können. Auch aus dem Grund schon heraus, dass wir wieder im großen Haus spielen», sagte Hemke. 850 Plätze müssten wieder gefüllt und bespielt werden. Geplant seien 140 bis 160 Veranstaltungen.

Die Inflation habe eine Reihe von Projekten verteuert. An den Ticketpreisen werde sich aber nichts ändern. Die Karten kosteten genau so viel wie in den Vorjahren. Das Kunstfest - das zu den größten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für zeitgenössische Künste zählt - wird wie im vergangenen Jahr voll analog vom 24. August bis 10. September stattfinden.

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