Vom Zoll sichergestelltes Kokain auf der Spitze eines Taschenmessers., © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild
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Kiloweise Meth und mehr: Drogenprozess in Gera angelaufen

12.06.2023

Auch weil sie Drogen im großen Stil verkauft haben sollen, müssen sich seit Montag zwei Männer vor dem Landgericht Gera verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen unter anderem mehrere Fälle vor, in denen die Angeklagten von März 2020 bis September 2021 unerlaubt mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gehandelt haben sollen. Dafür sollen sie auch speziell verschlüsselte Kryptohandys genutzt haben. Beim Prozessauftakt am Montag äußerten sich die beiden 32 und 36 Jahre alten Angeklagten nicht zur Sache, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Die Angeklagten sind einem Bericht des MDR zufolge führende Mitglieder einer rechtsextremen Gruppierung. Sie gehören zu den sogenannten «Turonen», die wiederum einen Teil der «Bruderschaft Thüringen» bilden, sagte die Gerichtssprecherin. Auch am Landgericht Erfurt standen weitere Mitglieder schon wegen der Drogengeschäfte vor Gericht. Auch der Thüringer Verfassungsschutzbericht 2021 listet die «Bruderschaft» auf: Dort heißt es, dass Teile der Gruppe zum Drogenhandel übergingen, nachdem sie mit rechtsextremistischen Konzerten kein Geld mehr verdienten.

Teils soll es in den nun angeklagten Fällen um Drogenmengen wie neun Kilogramm Marihuana, fünf Kilogramm Methamphetamin oder auch ein Kilogramm Kokain gehen, so die Sprecherin. Zudem soll der jüngere Angeklagte im Februar 2021 in zwei Fällen unerlaubt mit Schusswaffen Handel getrieben haben. Der ältere Angeklagte soll im Juli 2022 vor Gericht falsch ausgesagt haben.

Insgesamt sind für den Prozess 30 Verhandlungstermine bis Mitte November anberaumt. Beide Angeklagte befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

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