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Kaum internationale Schülerbegegnungen während der Pandemie

26.01.2022

Während der Corona-Pademie sind internationale Begegnungen von Schülern aus Thüringen und anderen Ländern fast zum Erliegen gekommen. «Die Corona-Pandemie hat bei den internationalen Austauschen von Schülerinnen und Schülern für einen schmerzhaften Einbruch gesorgt. Fahrten mussten abgesagt werden, Begegnungen konnten, wenn überhaupt, oft nur digital stattfinden», sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter der Deutschen Presse-Agentur.

Während im Haushaltsjahr 2019 noch 60 Schülerbegegnungen mit rund 1170 Schülerinnen und Schülern finanziell vom Bildungsministerium gefördert wurden, waren es im Haushaltsjahr 2020 nur drei Begegnungen mit rund 40 Schülern und im Jahr 2021 zwei Begegnungen mit rund 50 Schülern. Im Haushaltsjahr 2018 hatte es sogar noch 79 Schülerbegegnungen mit rund 1600 teilnehmenden Schülern gegeben.

Die Mittel stammten dabei vom Land, dem Deutsch-Französischen Jugendwerk oder dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk. Zahlen zu internationalen Schülerbegegnungen, die ohne finanzielle Förderung stattgefunden haben, hat das Ministerium nicht.

Holter sagte, der Einbruch beim Schüleraustausch zeige, dass Schule mehr sei und sein müsse als es Präsenzunterricht unter strengen Pandemieregeln ermöglichen könne. «Beispiele wie dieses mahnen uns, dass pandemiebedingte Einschränkungen an Schulen kein Dauerzustand sein können», betonte der Minister.

Zwar seien angesichts einer zu befürchtenden Omikron-Infektionswelle noch für einige Wochen Einschränkungen nötig. «Wir müssen das Kerngeschäft Schule aber mittelfristig so schnell wie dann möglich wieder auf ein normales Niveau bringen», sagte der Minister. Dazu gehöre auch der internationale Austausch von Schülern.

Im Schuljahr 2018/2019 hatten nach Ministeriumsangaben 148 Thüringer Schulen Partnerschaften mit 312 Schulen in 46 Ländern. Nach vorläufigen Daten pflegen im laufenden Schuljahr noch 134 Thüringer Schulen Partnerschaften mit 313 Schulen in 51 Ländern.

Im Schuljahr 2020/2021 wurde die Hälfte der Schulpartnerschaften von Gymnasien gepflegt. Rund 16 Prozent der Beziehungen bestanden mit Regelschulen, Grundschulen und berufsbildende Schulen waren mit jeweils rund 12 Prozent vertreten.

Dabei konzentrieren sich die Begegnungen vor allem auf europäische Länder wie Frankreich, Polen, Tschechien, Spanien, Ungarn, Niederlande und Italien. Einen Schüleraustausch gibt es aber auch mit Ländern wie den USA, Russland, China, Japan oder Chile.

© dpa-infocom, dpa:220126-99-852234/2

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