In der Kahla Porzellan GmbH sind Becher mit dem Logo des Unternehmens zu sehen.
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Kahla Porzellan plant für nächstes Jahr Neueinstellungen

20.12.2022

Die Thüringer Traditionsmanufaktur Kahla Porzellan peilt nach einem Verlust in diesem Jahr für 2023 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis an. «Wir haben eine exzellente Auftragslage», sagte Geschäftsführer Daniel Jeschonowski der Deutschen Presse-Agentur. Der Umsatz von rund zwölf Millionen Euro in diesem Jahr solle um 20 Prozent im nächsten Jahr wachsen. Zudem ist laut dem Geschäftsführer die Einstellung von 40 neuen Mitarbeitern geplant.

Das Unternehmen habe aufgrund der hohen Gaspreise in diesem Jahr Mehrkosten von rund 1,5 Millionen Euro tragen müssen, sagte Jeschonowski. Für 2022 werde ein sechsstelliger Verlust ausgewiesen. Da der langjährige Gasversorger dem Unternehmen im Herbst den Vertrag gekündigt hatte, stand sogar zunächst der Weiterbetrieb nach Jahresende auf der Kippe. Mit dem Abschluss eines neuen Energieliefervertrages könne das Unternehmen nun aber ununterbrochen weiter produzieren.

In Kahla fertigen nach Unternehmensangaben derzeit rund 150 Mitarbeiter Porzellan für den Haushalt, die Hotellerie und Gastronomie sowie für die Werbebranche. Der Preis für das Porzellan werde sich im kommenden Jahr um etwa zehn Prozent erhöhen. Ein Grund dafür seien steigende Löhne und Gehälter. «Wir sind ein Markenhersteller "Made in Germany" - das muss bezahlt werden», sagte Jeschonowski. Zugleich kündigte er für die Modernisierung der Porzellanmanufaktur ab 2024 ein Investitionsprogramm im Gesamtumfang von zehn Millionen Euro an.

Die jetzige Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen Porzellan GmbH hatte im März 2020 Insolvenz anmelden müssen, nachdem ein Großauftrag geplatzt war. Als Konsequenz wurden Stellen abgebaut und das Werk an Jeschonowski verkauft.

Indes sind die hohen Energiepreise einer anderen Thüringer Porzellanfirma zum Verhängnis geworden. Die Eschenbach Porzellan - Neue Porzellanfabrik Triptis GmbH stellt die Produktion ein. An diesem Donnerstag werden die Öfen abgeschaltet, wie der technische Leiter, Frank Meinhardt-Ruppin, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Den rund 100 Mitarbeitern sei gekündigt worden. Die politischen Entscheidungen zur Eindämmung der Energiekosten seien für den Familienbetrieb zu spät gekommen. Die Energiekosten hätten sich für den Betrieb in diesem Jahr versechsfacht.

© dpa-infocom, dpa:221220-99-967187/2

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