Blick auf das Firmengebäude der Intershop AG in Jena.Blick auf das Firmengebäude der Intershop AG in Jena.
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Jenaer Intershop AG profitiert vom Boom beim Online-Handel

16.02.2022

Das Thüringer Software-Unternehmen Intershop hat das zweite Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Der Vorstand des börsennotierten Unternehmens berichtete am Mittwoch in Jena von einem Umsatzplus von sieben Prozent auf 36 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um ein Viertel auf 1,3 Millionen Euro; unter dem Strich blieben rund 800.000 Euro Gewinn. Die Firma profitierte von der Umstellung ihres Geschäftsmodells auf Mietsoftware sowie vom Boom des Online-Handels, der sich in der Corona-Pandemie noch verstärkt hat.

Erstmals legte der neue Vorstandsvorsitzende Markus Klahn die Jahresbilanz vor. Er hatte die Unternehmensführung im Mai 2021 übernommenen. «Intershop wächst profitabel», sagte Klahn. «Und das soll auch 2022 so bleiben.»

Der Markt gehe weg von Softwarelizenzen, die bei Intershop vor der Umstellung des Geschäftsmodells noch dominierten. «Der Trend geht dahin, Software zu vermieten und gleichzeitig die dafür nötige Rechenleistung anzubieten», sagte Klahn. Der Umsatz in diesem Bereich sei bei Intershop im vergangenen Jahr überdurchschnittlich um 51 Prozent auf 11,1 Millionen Euro gestiegen. Der Auftragseingang für Mietsoftware habe um 16 Prozent auf 18,3 Millionen Euro zugelegt. Sie wird den Kunden über Cloud-Lösungen zur Verfügung gestellt

Klahn erwartet, dass der Trend zur Digitalisierung anhält und Intershop davon weiterhin profitieren kann. Angepeilt werden nach seinen Angaben 2022 ein Umsatzanstieg von zehn Prozent bei einem positiven Betriebsergebnis «um eine Million Euro». Es solle weiter in Produkte und Personal investiert werden.

Derzeit gebe es 40 Stellen, die Intershop besetzen wolle - nicht nur in Jena. «Wir suchen Mitarbeiter. Aber der Markt ist eng», so der Vorstandschef. Der Kontakt zu Hochschulen solle deshalb vertieft werden. Wachsen wolle Intershop vor allem in Jena, wo im Januar ein neuer, geleaster Firmensitz vollständig in Betrieb genommen wurde.

Die Software-Firma hatte sich 2020 wirtschaftlich stabilisiert und Jahre mit Verlusten hinter sich gelassen. Das Thüringer Unternehmen mit nach eigenen Angaben derzeit 288 Mitarbeitern ist auf Programme spezialisiert, über die Firmen ihre Geschäftsbeziehungen untereinander online abwickeln können.

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© dpa-infocom, dpa:220216-99-150608/3

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