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Jenaer Bürgermeister: Verzicht auf Maskenpflicht respektlos

17.03.2022

Der geplante Wegfall der Maskenpflicht stößt in Jena auf scharfe Kritik. Auf die Maske zu verzichten sei nicht nur verantwortungslos, sondern auch «respektlos gegenüber dem Personal im Gesundheitswesen und den Kliniken, die seit bald zwei Jahren an ihre Grenzen gehen müssen», sagte Bürgermeister Christian Gerlitz (SPD) am Donnerstag. Jena hatte als bundesweit erste Großstadt Ende März 2020 eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum angekündigt.

Die Thüringer Entscheidung, die Maskenpflicht im Unterricht an Grund- und Förderschulen abzuschaffen, bekomme bestenfalls bei den Montagsdemonstrationen Applaus, aber sicher nicht von verunsicherten Familien, sagte der Bürgermeister. In Jena liege die Sieben-Tage-Inzidenz bei Kindern im Grundschulalter bei 4450.

Für die Stadt Jena sei klar, dass das Tragen einer Maske ein wichtiges Mittel sei, um andere, einschneidendere Maßnahmen abzuwenden. «Es ist daher völlig unverständlich, wie man mitten in weiterhin ansteigenden Fallzahlen gerade jetzt auf diesen Basisschutz verzichten will.» Noch immer stürben jeden Tag Menschen an Corona und die Zahl der Patienten in Kliniken steige weiter an, während viel Personal durch Erkrankung ausfalle.

Am 19. März sollen bundesweit etliche Corona-Maßnahmen auslaufen. Die Maskenpflicht soll dann etwa nur noch in Bussen, Bahnen und Flugzeugen sowie in Einrichtungen mit besonders gefährdeten Gruppen gelten. Etliche Bundesländer, darunter Thüringen, wollen aber bei den meisten Regeln eine Übergangslösung bis zum 2. April nutzen.

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© dpa-infocom, dpa:220317-99-562289/2

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