Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball.Zwei Fußballspieler kämpfen um den Ball.
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Jena trifft nach Standard zum Pokalsieg

22.05.2022

Ein Jenaer Extra-Training hat das Finale um den Thüringen-Pokal entschieden. In der 73. Minute verwertete Torjäger Fabian Eisele einen Eckball zum entscheidenden 1:0 (0:0) für den FC Carl Zeiss Jena in der Partie gegen den Regionalliga-Konkurrenten ZFC Meuselwitz. «Dass ein Standard die Entscheidung bringt, freut uns. Dafür haben wir am Donnerstag noch eine Stunde investiert», sagte Carl Zeiss-Trainer Andreas Patz grinsend.

Doch so, wie der Treffer fiel, war er gar nicht einstudiert. «Der Ball sollte eigentlich auf den kurzen Pfosten kommen. Ich stand am langen Pfosten im Eins gegen Eins und habe beide Arme gehoben. Da wusste der Leon Bürger wahrscheinlich Bescheid», sagte Eisele. Sein Tor war praktisch auch ein Abschiedsgeschenk an die Fans. «Wir werden mit ihnen noch feiern und dann ist mein Kapitel hier beendet», sagte der Torjäger beim «MDR».

Mit ihm gehen noch einige weitere Spieler. Es gibt einen größeren Umbruch beim nun 13-maligen Thüringen-Pokal-Sieger. Dafür sind die rund 120 000 Euro Antrittsprämie für die erste DFB-Pokal-Runde wichtig. Und die Jenaer sind eine Pokalmannschaft, die auch höherklassigen Vereinen in einem Spiel das Leben richtig schwer machen kann. Gegen wen es geht, wird am kommenden Sonntag ausgelost.

Bis es zur Entscheidung in der Partie kam, waren seitens der Jenaer einige heftige Worte und eine taktische Umstellung in der Pause nötig. Denn bis dahin war vom Favoriten praktisch nichts zu sehen. Jena wirkte leb- und lustlos, gewann keine Zweikämpfe, fand offensiv gar nicht statt. Meuselwitz dagegen - mit dem kräftigen Wind im Rücken - überraschte den neutralen Beobachter und hätte mit ein, zwei Toren in die Kabine gehen müssen. Vor allem beim Innenpfosten-Schuss von Nils Miatke (27.) hatte der ZFC äußerst viel Pech. «Wir haben eine fantastische erste Halbzeit gespielt, in der nur fehlte, dass wir ein Tor machen», sagte der scheidende ZFC-Trainer David Bergner. Die Harmlosigkeit vor dem Tor wäre aber schon über die Saison hinweg ein Thema gewesen.

Patz hatte in der Kabine wohl die richtigen Worte gefunden («So laut war es gar nicht»), dazu auf eine Dreier-Abwehrkette umgestellt. Damit griff die fußballerische Überlegenheit, während beim Gegner immer mehr die Kräfte schwanden und dieser auch personell nichts mehr zum Zulegen hatte. «Deshalb fahren wir leider nur mit der Silbermedaille nach Hause», sagte Bergner.

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