Ein Apotheker impft einen Mann gegen Corona.Ein Apotheker impft einen Mann gegen Corona.
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Interesse an vierter Impfung in Thüringen besonders gering

15.05.2022

Die Nachfrage nach einer zweiten Corona-Auffrischungsimpfung ist in Thüringen marginal. Nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) haben bislang nur etwa 51.500 Menschen im Freistaat eine vierte Corona-Impfung erhalten. Das entspricht einer Impfquote von nur etwa 2,5 Prozent an der Thüringer Gesamtbevölkerung (Stand 13. Mai). Im Bundesdurchschnitt haben sich etwa 5,5 Prozent der Menschen bereits eine zweite Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 geben lassen.

Eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums verwies darauf, dass nach der derzeit gültigen Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) schon sehr viel mehr Menschen ein viertes Mal gegen Corona geimpft sein könnten. So lebten in Thüringen etwa 400.000 Menschen ab 70 Jahre. Für sie empfiehlt die Stiko eine zweite Booster-Impfung frühestens drei Monate nach dem ersten. Zudem gebe es Zehntausende Menschen im Land, die in Pflegeeinrichtungen lebten oder im Gesundheitswesen arbeiteten und für die die Stiko ebenfalls eine vierte Spritze empfiehlt. Für manche von ihnen gilt die Impfempfehlung allerdings erst nach dem Ablauf von mindestens sechs Monaten nach der ersten Auffrischungsimpfung.

Nach RKI-Daten ist die Quote beim zweiten Booster nur in Sachsen noch geringer als in Thüringen. Dort sind den Angaben nach erst zwei Prozent aller Menschen ein zweites Mal gegen Covid-19 geboostert worden. Die höchsten Impfquoten beim zweiten Corona-Booster erreichen Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Vergleichswerte liegen dort bei etwa acht Prozent. Über die Grundimmunisierung, die in der Regel aus zwei Einzelimpfungen besteht, verfügen thüringenweit rund 70 Prozent der Menschen - bei teils großen regionalen Unterschieden. Während beispielsweise in Erfurt acht von zehn Menschen zwei Corona-Schutzimpfungen haben, sind es im Landkreis Hildburghausen nur ungefähr fünf von zehn Einwohnern.

Angesichts der seit Monaten geringen Impfbereitschaft hatte das Ministerium bereits angekündigt, die Zahl der Impfstellen ab Juli zu verringern.

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