IHK: Suche nach Mitarbeitern wichtigstes Thema für Firmen
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IHK: Suche nach Mitarbeitern wichtigstes Thema für Firmen

21.12.2022

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern ist nach Angaben der Industrie- und Handelskammern in Thüringen das wichtigste Thema für die Unternehmen mit Blick auf die kommenden Jahre. Schon jetzt fehlten vor allem größeren Unternehmen Mitarbeiter, teilten die drei Thüringer Kammern am Mittwoch mit. Sie beriefen sich auf Ergebnisse ihrer Herbstumfrage, an der sich zwischen September und Oktober 2022 rund 1000 Unternehmen beteiligt hatten.

Demnach könnten drei von vier Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten zusätzliche Einstellungen vornehmen. Bei 59 Prozent der Betriebe mit zehn bis 49 Beschäftigten gibt es freie Stellen. Von den Betrieben mit ein bis neun Mitarbeitern haben 30 Prozent freie Stellen. «Gesucht werden vor allem Auszubildende und Personen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung», hieß es in der Mitteilung. Während Akademiker vor allem im Dienstleistungsbereich gebraucht würden, hätten Ungelernte am ehesten Chancen im Gastgewerbe.

Nach Angaben der Kammern gebe es bei den Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate Unsicherheiten angesichts sinkender Margen. Mit 65 von 200 möglichen Punkten habe der IHK-Konjunkturklimaindikator den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht, hieß es.

Zwar kündige sich eine Rezession an. Diese werde aber nicht zu einem gravierenden Anstieg der Arbeitslosigkeit führen. In der Befragung gaben nur vier Prozent der Unternehmen an, dass sie derzeit zu viele Mitarbeiter beschäftigen. Dagegen gebe es in jedem zweiten Betrieb freie Stellen, die teils schon seit Monaten unbesetzt sind. «Insbesondere das Verkehrsgewerbe mit 71 Prozent der Unternehmen, die Industrie mit 61 Prozent und das Gastgewerbe mit 60 Prozent verfügen über dauerhaft freie Stellen.»

Zugleich erwarte jeder fünfte Betrieb, dass er in den nächsten Monaten weniger Mitarbeiter beschäftigen wird, 8 Prozent gehen von einer steigenden Mitarbeiterzahl aus. «Vermutlich werden viele Unternehmen in den kommenden Monaten weniger offensiv nach Personal suchen, wenn sich Mitarbeiter beruflich umorientieren oder in den wohlverdienten Ruhestand gehen», sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, Ralf Pieterwas.

Die Personalengpässe wirkten sich auf die Lohnentwicklung aus. So erwarte jedes zweite Unternehmen in den kommenden Jahren eine hohe finanzielle Belastung infolge steigender Löhne.

© dpa-infocom, dpa:221221-99-980308/2

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