Ein Auszubildender im KFZ-Handwerk schneidet in einem Ausbildungszentrum mit einer Flex einen alten Auspuff auf., © Felix Kästle/dpa/Bildarchiv
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IHK: Ausbildungssituation in Thüringen verschärft sich

31.08.2022

Die Unternehmen aus Industrie und Handel haben laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt zunehmend Probleme, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. In rund jedem zweiten Betrieb (55 Prozent) blieben für den Ausbildungsstart im Herbst angebotene Ausbildungsplätze unbesetzt, wie aus einer Umfrage unter 150 Unternehmen der Industrie- und Handelskammern hervorgeht. Die IHK Erfurt sprach von einer «immer größeren Herausforderung» für Betriebe, ihre Fachkräfte über Ausbildung von Nachwuchs zu sichern. Die Ergebnisse für die Region Erfurt, die sich unter anderem von Apolda bis Bad Salzungen und über Nordhausen streckt, liegen der Deutschen Presse-Agentur vor. Jeder zweite Betrieb gab demnach an, im vergangenen Jahr gar keine Bewerbung mehr erhalten zu haben. 59 Prozent der Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, erhielten nach eigenen Angaben keine geeigneten Bewerbungen. Für den Ausbildungsstart im Herbst stehen laut IHK Erfurt noch massig freie Lehrstellen zur Verfügung. Deutschlandweit ist dieser Trend zu verzeichnen. So hatten nach DIHK-Angaben von den bundesweit rund 15.000 IHK-Ausbildungsbetrieben mehr als vier von zehn im vergangenen Jahr nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen können.

Die Unternehmen müssen laut IHK dringend Nachwuchs bekommen, damit der Thüringer Wirtschaft aufgrund von steigenden Rentenantritten «nicht die Luft ausgeht». Um Auszubildende zu bekommen, setzt laut Umfrage mehr als jedes zweite Unternehmen auf flache Hierarchien. Jede zweite Firma setzt auf finanzielle Anreize und eine Verbesserung der IT-Ausstattung der Azubis. Jedes dritte Unternehmen arbeitet an den Einstellungsprozessen. Schülerbetriebspraktika sollen vermehrt Azubis anwerben.

© dpa-infocom, dpa:220830-99-570026/3

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